Episode 12

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Der Preis eines Wunders
Second impact.jpg
Allgemeines
Episoden-Nr.

12

800px-Flag of Japan.svg.png Erstausstrahlung

20.12.1995

Originaltitel

奇跡の価値は (Kiseki no kachi wa)

Zweiter Titel

'

Englischer Titel

She Said, "Don't Make Others Suffer for Your Personal Hatred"

Regie
Autor

Hideaki Anno

Szenenbuch
Handlung
Hauptcharaktere
Engel
Handlungsorte

Neo Tokyo 3 & NERV-Hauptquartier; Südpol (SI, Rückblende)

Kontext
Vorherige Episode

Episode 11

Nachfolgende Episode

Episode 13

Amazon

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Was in der Gegenwart geschieht, hinterlässt in der Zukunft seine Spuren. Diese Spuren bezeichnet man nun als Vergangenheit. Sie sind aber nach wie vor gegenwärtig. Und da die einstige Zukunft nun ebenfalls zur Gegenwart geworden ist, hat man es nun quasi mit zwei Gegnern zu tun.
In NGE bedeutet dies: Misato hat mit den Folgen ihrer Vergangenheit zu kämpfen, nämlich einem Erlebnis beim Second Impact, also der Auferweckung Adams - und gleichzeitig, in Gestalt Sahaquiels, mit einer weiteren Folge der jüngeren irdischen Vergangenheit - nämlich des Second Impacts!
Dies ist also, NGE-typisch in verschärfter Form, die berüchtigte Medaille mit ihren zwei Seiten...


Zusammenfassung[Bearbeiten]

Die Folge beginnt mit einem Flashback: Darin wird der Second Impact aus der Sicht Misatos dargestellt. Sie war als 14-Jährige mit ihrem Vater am Südpol. Ihr Vater hatte ein Kontaktexperiment mit dem schlafenden Engel Adam zu leiten. Dies ging schief; Adam erwachte und brachte Zerstörung über den Südpol. Dr. Katsuragi konnte Misatos Leben im letzten Augenblick retten, indem er sie in eine Kapsel legte.

Am nächsten Morgen wird klar, dass Misato dies alles "nur" geträumt hat und sie solche Erinnerungen öfters zu haben scheint. Stumm macht sie sich vor ihrem Spiegel für den Arbeitstag fertig. Da es draußen wie aus Kübeln regnet, wurden Kensuke und Toji von Shinji in Misatos Appartement gelassen. Das "Baka Trio" ist komplett - und natürlich gibt es sofort wieder Beef mit Asuka. Misato erscheint inzwischen. Bevor sie geht erinnert sie Shinji und Asuka an den heutigen "Harmonix-Test". Toji und Kensuke erkennen unterdessen ein neues Abzeichen auf Misatos Uniform: Misato ist befördert worden zum Major! Und weder Shinji noch Asuka haben es gemerkt! Dafür werden sie auch von Toji und Kensuke scharf zurechtgewiesen.

Beim Harmonix-Test, der im Entry-Plug und im lilanen LCL vonstatten geht, schneidet Shinji überraschend gut ab - besser als Asuka - und wird dafür gelobt. Dies ist ihm unangenehm; aber vor allem ist ihm unangenehm, dass Asuka nun wieder einen Grund hat, ihn zu mobben. Sie rennt alleine heim. Im Auto auf der Heimfahrt versucht Misato Shinji zu beruhigen: Er möge sich doch vieles nicht so sehr zu Herzen nehmen.

Toji und Kensuke leiern eine "Beförderungsparty" für Misato an. Shinji, Asuka, Hikari und Penpen sind auch mit dabei. Rei hat abgewiegelt. Die Kinder verspeisen Fast-Food, Misato indessen ihr Bier (diesmal "BOA" statt "YEBISU"). Misato und Shinji versuchen ihr Gespräch von der Autofahrt wieder aufzugreifen; diesmal ist es Shinji, der ein bisschen tiefer gräbt. Misato gaukelt Shinji erfolglos vor, dass sie nicht mehr wisse, warum sie zu GEHIRN und NERV gekommen sei.

Inzwischen trudeln Ritsuko und Kaji ein. Asuka und Misato unterstellen den beiden indirekt, ein Techtelmechtel gehabt zu haben. Kaji informiert Misato, dass aufgrund der Abwesenheit von Gendo und Kozo sie selber nun das alleinige Kommando hat.

Gendo und Kozo sind auch tatsächlich am Südpol, geleitet von einer durchaus größeren Schiffsflotte. Sie haben ein großes eingewickeltes Artefakt dabei (=die Lanze des Longinus wie sich bald herausstellt!). Dann kommt der berühmte Dialog, worin Kozo seine weniger optimistischen Gedanken zum Second Impact und den Gründen, die erst dazu geführt haben, kundtut. Und dennoch wurde die Welt gereinigt, meint Gendo da nur.

Inzwischen kündet sich der Engel Sahaquiel an. Er kommt als riesiges Auge mit orangenem kaulquappen-artigem Körper daher, mit Froschfingern an beiden Seiten. Er bleibt zunächst in der Umlaufbahn der Erde und fängt an, Tropfen abzusondern, die zu Bomben werden. Technik und Waffen im Weltraum zerstört er auf prahlerische Art. Die Bomben würden zur Überflutung von Neo Tokyo-3 führen, und es ist auch zu befürchten, dass er "persönlich" herunter kommt und (im wahrsten Sinn des Wortes) aufgefangen werden muss. Und natürlich ist der Ort der Ankunft nur ungenau bestimmbar. Misato lässt Stadt und HQ vollkommen evakuieren. Nur ein "Himmelfahrtskommando" bleibt, nämlich Maya, Shigeru, Makoto (= die drei Operatoren), Ritsuko, die Children/Evas und sie selber.

Misato und Ritsuko haben dann eine unschöne Auseinandersetzung auf der Damentoilette. Ritsuko ist ziemlich sauer auf Misato, weil sie die Evangelions gefährden will für ihre Obsession. Misato weist sie zurecht, denn sie hat immer noch das Kommando. Außerdem habe sie ihre Pflicht zu erfüllen. Dies aber glaubt ihr Ritsuko nicht: Es gehe nur um ihre Rache an den Engeln! Auch die Children werden informiert, und auch sie sind nicht wirklich glücklich über die Pläne: Da man den genauen Ort des Auftreffens nicht kennt, muss ein recht großes Gebiet abgedeckt werden. Das heißt, die Children und Evas müssen spontan auf Sahaquiel reagieren und einen regelrechten Sprint hinlegen, den sie flexibel ändern müssen bei Bedarf. Nur im Idealfall kommen alle drei gleichzeitig zum Engel. Geht es schief, ist alles aus. Kneifen will aber trotzdem keiner. Misato verspricht ihnen ein Steak als Belohnung, und Asuka will dieses in einem Edelschuppen. Rei aber will überhaupt kein Fleisch und daher nicht mitgehen.

Auf der Brücke werden die Pläne konkretisiert, die Children bekommen das besagte Areal zu sehen. Erschwerend kommt hinzu, dass das Umbilikalkabel nicht mitgenommen werden kann, so dass der 5-min-Akku gilt. Dass Misato den Ort der Ankunft durch “weibliche Intuition” erkannt zu haben glaubt, ist für die Children freilich das i-Tüpfelchen.

Im Fahrstuhl des Eva-Cages meint Asuka, sie macht das alles um der Welt zu beweisen was sie kann – und dass es sie gibt. Sie neckt Shinji, indem sie ihm unterstellt, sich heimlich mit Rei zu treffen. Sie ist geschockt, dass Shinji überhaupt nicht weiß, warum er das alles mitmacht und reagiert mit ihrem berühmten ”An'ta baka??”. Rei kapselt sich mal wieder ab.

Nun sitzen die Children in ihren Evas und warten auf Sahaquiel. Misato spricht noch einmal Mut zu. Shinji kehrt derweil in sich und entsinnt sich eines Gesprächs mit Misato: Sie hat ihn zu einem einsamen Ausblicksort mitgenommen und von ihrem Vater erzählt, der sich nur um seine Arbeit und nie um seine Familie gekümmert hat, bis die Mutter sich dann scheiden ließ. Misato hat ihren Vater dafür gehasst – bis er ihr beim SI das Leben gerettet hat. Seitdem weiß sie nicht mehr ob sie ihn hassen oder lieben soll. Shinji fühlt sich an seinen Vater erinnert und bekommt auch Fashbacks zu seiner frühen Kindheit, als Gendo ihn weggegeben hat.

Aber er will und wird diesmal nicht weglaufen!

Sahaquiel kommt regelrecht geschossen und dringt in die Atmosphäre ein. Die Children und Evas sprinten los. Ihr stampfen lässt die Erde beben. Shinji ist erst einmal auf sich alleine gestellt und muss den Engel mit Händen und AT-Feld stemmen. Dann endlich kommen Asuka und Rei hinzu: Rei schneidet Sahaquiels AT-Feld auf. Asuka rammt ihr Progressivmesser in Sahaquiels Auge, das gleichzeitig sein S²-Organ ist.

Der Engel geht in die Luft und hinterlässt anstelle der Oberstadt nur einen glühenden Krater. Im Hauptquartier melden sich nun die Kommandeure aus der Antarktis. Kozo beruhigt Misato: Schaden sei unvermeidlich. Gendo indessen sagt zum gelinde gesagt verdutzten Shinji: ”Gut gemacht!”

Doch die Stadt ist schnell wieder aufgebaut (sie ist wohl so konzipiert). Die Children zeigen Herz: Statt eines Edelschuppens geleiten sie Misato zu einem schlichten (fast ein wenig herunter gekommenen) Schnellimbiss. Auch Rei ist mit von der Partie, da es hier fleischfrei gibt. Misato verschlägt es vor Rührung die Sprache. Sie lächelt.

Man lässt sich zum Essen nieder. Shinji bekundet nun: Ihm ist klar geworden, er macht das alles wegen seinem Vater, um Lob von ihm zu kriegen. ”Du hast sie wirklich nicht alle!” meint Asuka da nur.

Ausführlicher Inhalt[Bearbeiten]

Direkt und unverblümt springt die Geschichte in einen Flashback:


Der Second Impact[Bearbeiten]

"15 Jahre zuvor - Anno Domini 2000"

So steht es wie gewohnt in weißen Buchstaben auf schwarzem Hintergrund. Die Kamera fährt hinter dem Mond nach oben, dahinter erscheint entfernt die winzige Erde - ein Bild, wie es häufig vor und nach NGE vielfach anzutreffen ist. Trotz der riesigen Entfernung sieht man auf dem Südpol der Erdkugel einen grellen Funken aufleuchten: Der Second Impact!
Die Szenerie springt unvermittelt in das Chaos dieses SI - alles ist mokkabraun wie auf manchen alten Filmbändern, die Stürme toben, Masten für Strom oder sonstiges sind längst kaputt. Fast nicht mehr erkennbar schleppt sich jemand auf dem Eisboden entlang zwischen irgendwelchen Trümmern.

Es ist Dr. Katsuragi, und auf den Armen trägt er die 14-jährige Misato. (Auch dieses Szenenbild wurde vor und nach NGE immer wieder aufgegriffen.) Mit zittrigem blutendem Arm, und wohl auch mit letzter Kraft, öffnet er eine Rettungskapsel. Sie befinden sich in irgendeiner Halle, und deren Fensterdeckenglas zerspringt - und man sieht den Engel Adam in seiner "ausgewachsenen" Gestalt.
Dr. Katsuragi legt seine Tochter, die gerade noch so bei Bewusstsein ist, in die Kapsel. Man sieht auf ihrer Brust ihr berühmtes gleichschenkeliges Kreuz ("Griechisches Kreuz" oder "Gekürztes Kreuz"). Ihr Gesicht blutet zwischen den Augen, und auch tropft Blut von Dr. Katsuragis Gesicht auf Misatos Gesicht. Misato bekommt noch ein schwaches "Papa, das ist..." heraus - doch Dr. Katsuragi unterbricht sie, indem er die Kapsel zumacht. (Ähnliche Modelle würden später als Entry Plugs eingesetzt werden.) Dann sackt er über der Kapsel zusammen. Adam tut das übrige, sein Emporwachsen setzt eine feurige Druckwelle frei, die zuerst die Halle und dann den gesamten Südpol hinwegfegt. (Das Schmelzwasser und die Temperaturverschiebungen führten dann zu den globalen humanen Katastrophen den Second Impact.)
Man sieht dann die berühmte Szene, in der Adam seine vier Vektoren ins Weltall streckt. Sie sehen aus wie eine Mischung aus Flügeln und Spinnenbeinen. Man hört Adam schreien wie Vögel oder Buckelwale, und der Kreisradius der Feuersbrunst, die ihn umgibt, deckt nun wirklich mindestens die ganze Antarktis zu.

Misato hat derweil überlebt. Ihre Rettungskapsel geht auf (oder wird von ihr aufgemacht), und mit knapper Not stellt sie sich aufrecht hin. Sie sieht nun zwei Feuersäulen im Wasser - möglicherweise Adams Beine, und hört sein Schreien...


Der Morgen danach[Bearbeiten]

Abrupter Schnitt in die "Jetztzeit" 2015: Misato unter der Dusche und dann vor dem Spiegel. Beim Anziehen des BHs bekommt man eine Narbe auf ihrem Oberbauch zu sehen, wohl vom SI stammend.
Anscheinend wird suggeriert, dass Misato wieder einmal vom Second Impact geträumt hat.
In ihrem Zimmer liegt eine Schlafmatte auf dem Boden (darüber hatte sich noch Asuka beschwert), nur mit ergonomischem Kissen ohne Decke. Aber sie hat einen Schreibtisch mit "westlichem" Stuhl. Auch sieht man ein Skatebord an der Wand stehen. Leitmotivisch und vorausdeutend auf EoE ist die runde Deckenleuchte.
Misato blickt steinern in den Spiegel - und gleichzeitig in sich selber hinein. Dann wechselt das Bild zu ihrem Schreibtisch. Dort sieht man ihr besagtes Kreuz, und seine Kette ist sozusagen über den offenen Lippenstift geschlungen. Gerade noch im Bild ist anscheinend Nagellack. Daneben steht eine leere Flasche, deren Etikett nach stärkerem Alkoholgetränk aussieht. Die erste Sekunde lang wird dieses Bild inszeniert wie ein Flashback, nur diesmal in vielsagendem "Blau". Nach dieser Sekunde wechselt die Farbe aber wieder ins "Normale".

Der Titel wird kurz eingeblendet - "Der Preis eines Wunders" wie üblich in japanischer Schrift mit übersetzenden Untertiteln.

Dann sieht man das Wetter draußen: Wiederum der typische städtische japanische Strommast mit dem bierdosenartigen Elektronikkasten. Es regnet in Strömen und graublau ist die Farbe und Stimmung. Per Kameraschnitt bekommt man Misatos typisch japanische Etagenbalkonwohnung von außen zu sehen.

Drinnen bedanken sich Kensuke und Toji, dass Shinji sie wegen des Regens reingelassen hat. Toji und Kensuke trocknen sich mit Handtüchern die Köpfe ab, und auch Shinji hat eins um den Hals. Man beschließt, leise zu sprechen und Misato nicht zu wecken - sie hatte oft Nachtschicht, und daran liege ihr Ruhebedürfnis, behauptet Shinji.

Es ist allerdings jemand anderes, der das "Baka Trio" in der Küche hört: Niemand geringeres als Asuka! "Was machen die zwei Spinner hier!?" ist ihre lautstarke Beschwerde, die für das Trio wenig überraschend kommt. "Komm mir nicht mit so einer lahmen Ausrede!" meint Asuka nur, als Shinji - vollkommen wahrheitsgemäß - meinte, sie trocknen sich doch nur ab. "Ich zieh' mich gerade um. Wenn ich spannt, gibt's Ärger!" droht Asuka mit manga- und animetypischen kleinen Wutpupillen. "Diese eingebildete, kleine Ziege. Ich will möglichst wenig von ihr sehen!" schnauft Toji, zittern vor Zorn und seinerseits mit den typischen Zornesadern auf Stirn und Hand, mit der er das Handtuch quetscht. Sie hält ziemlich viel von sich, meint Kensuke abschließend.

Dann erscheint Misato.
Kensuke und Toji erschrecken und entschuldigen sich vorbeugend dafür, dass sie Misato geweckt haben. Misato aber meint, sie sei schon wach gewesen, es sei also kein Problem, und sie bedankt sich für die Rücksicht. Im Nebensatz erinnert sie Shinji und Asuka an den heutigen sog. Harmonix-Test. Asuka antwortet etwas genervt mit "Haaii!" (untertitelt mit "Ja, ja!"). Kensuke entdeckt dann auf Misatos Uniform-Stehkragen zwei neue Streifen auf dem Rangabzeichen:
Sie wurde folglich zum Major befördert!
Auf typisch-japanische Art verneigen sich Kensuke und Toji und gratulieren. Misato bedankt sich freundlich mit einem schlichten "Arigato!". Es scheint ihr fast ein wenig unangenehm zu sein. Die Jungs legen nach: Misato hat es sich wirklich verdient, so sagt Kensuke. Darauf geht Misato aber nicht mehr ein. Sie steht bereits vor der Haustür und verabschiedet sich. Winkend und mit einem fast kindlich klingenden (und eigentlich eher informellen) "Itterasshai!!" verabschieden sich Kensuke und Toji.
Shinji wundert sich über die Beförderung, er hat davon nichts mitbekommen, meint eher. Daraufhin wird er von den Jungs zurechtgewiesen, fast getadelt. Auch Asuka ist überrascht, während sie sich aus der Badetür herauslehnt und die Haare mit einem Handtuch trockenreibt. Auch Pen Pen neigt sich zeigtleich durch die Tür und scheint darüber überrascht zu sein. Dadurch sehen sich Kensuke und Toji veranlasst, ihre Belehrung fortzuführen. Sie halten den Children vor, dass diese Misato und ihren Einsatz nicht genug würdigen. Vor allem, weil Misato auch noch zwei Kinder, nämlich eben Shinji und Asuka, aufgenommen hat - so formuliert es Kensuke, während er wie Gendo seine Brille mit dem Zeigefinger "fixiert". "Gut, dass wenigstens wir ihr Anerkennung entgegenbringen", so Toji. Die Kamera wechselt während dessen noch zu einem letzten Bild mit Asukas roten Schuhen und einem blauen Regenschirm.


Der Harmonix-Test[Bearbeiten]

Abrupter Schnitt zu Shinji, Rei und Asuka beim angekündigten Harmonix-Test. In dieser Reihenfolge bekommt man sie im Entry Plug zu sehen. Sie sind richtig in sattes aber kaltes Blau getaucht, wahrscheinlich eine Art ultraviolettes Messlicht für den Test. Sie haben ihre Augen geschlossen. Ihre Testplugs stehen etwas schräg im lila schimmernden LCL. Shinji schneidet so gut ab, dass er fast mit Asuka mithalten kann, was Ritsuko und Maya erfreut feststellen. Er ist ein Naturtalent, ein geborener Pilot, sagen sie - nur dass er sich dabei nicht wohl fühlt und es am liebsten lassen würde, ergänzt Misato, die etwas betrübt blickt und klingt.
"Kompliment, Shinji, das war gut!" meint Ritsuko nach dem Test. "Was meinen Sie?" frägt Shinji nach. Um acht Punkte habe er sich gesteigert, ein riesiger Fortschritt, so Ritsuko. Asuka entgegnet daraufhin gewohnt überheblich und selbstsicher, dies sei aber immer noch 50 Punkte weniger als sie. Ritsuko kontert: "Aber acht Punkte in zehn Tagen hast nicht mal du geschafft!" - "Weil ich nicht so ein Streber war!" verdreht Asuka die Sache wieder mal. "Gratuliere, Third Child. Muss schön sein, von allen gelobt zu werden!" hänselt sie Shinji mit passendem Gesichtsausdruck. Shinji lächelt säuerlich - es ist ihm höchst unangenehm. "Wir sehen uns zu Hause, du Schwachkopf!" raunzt sie ihn abschließen an, bevor sie allem Anschein nach abhaut und sich alleine auf den Nachhauseweg macht.
Denn Shinji und Misato sitzen danach ohne Asuka im bekannten Renault Alpine A310. Es ist bereits dunkel und die Leitplankenbeleuchtung erstrahlt orange-rot. Shinji traut sich nun endlich, Misato zu gratulieren. Misato bedankt sich zurückhaltend-höflich, denn zu viel Aufhebens hat sie wegen sowas eigentlich gar nicht so gern. Auch Shinji gibt zu: Vor anderen gelobt zu werden ist ihm unangenehm. (Derweil erscheint der Renault von Weitem durch die Bäume wie ein kleines Licht unter dem Scheffel.) Außerdem habe es nichts gebracht, da Asuka jetzt sauer sei. Shinji kuckt betrübt, denn er versteht nicht, warum. Und er findet es albern. "Aber es macht dir zu schaffen." entgegnet Misato, die die wahre Bedeutung hinter Shinjis Worten und Verhalten verstanden hat. Shinji kann nur mit einem gehauchten "Ja!" bestätigen. "Weil du dir zu viele Gedanken machst, was andere von dir halten." fügt Misato hinzu, ihrerseits nun in bedrückter Stimmung. (Ihre Gesprächstechnik nennt sich "Aktives Zuhören".) Dann fahren sie in einen grell-orange beleuchteten Tunnel, und der Klang einer LKW-Hupe leitet über in die nächste Szene...


Geschlossene Gesellschaft[Bearbeiten]

Wiederum ist der Balkon von Misatos Appartement zu sehen. Es ist Nacht und das Appartment ist beleuchtet. Dann folgt eine Aufnahme vom typisch japanischen Namensschild auf der Haupteingangstür, wie es in Kanji den Namen "Katsuragi" darstellt und darunter in Romanji (und Großbuchstaben) "M. KATSURAGI". Zusätzlich aber ist darunter ein weißer Zettel mit Klebeband fixiert:

"Beförderungsparty - Geschlossene Gesellschaft - Zutritt nur mit Einladung"

Dann hört man eben diese "geschlossene Gesellschaft" von innen das leitmotivische "Ometedou gozaimasu!!" ("Herzlichen Glückwunsch zur Beförderung") rufen. Nun wechselt die Szenerie in Misatos Räumlichkeiten. Die Party-Gruppe hat geprostet und angestoßen - hauptsächlich mit Cola und Orangenlimo, aber selbstverständlich auch einer Bierdose: Es ist diesmal "Kuroshio Bussan Boa Beer" anstatt des berühmt-berüchtigten "Yebisu". Misato bedankt sich bei allen für die Party und vor allem bei Toji, der sie organisiert zu haben scheint. Sie hat ein Schulterband um mit der japanischen Aufschrift "Glückwunsch Major". Die "Geschlossene Gesellschaft" besteht zusätzlich aus Hikari Horaki, PenPen, Asuka, Shinji, der unmittelbar neben Misato sitzt, und schließlich Kensuke und Toji. Man sitzt typisch japanisch auf dem Boden an einem niedrigen Tatami-Tisch, man isst aber - vermeintlich untypisch - Chicken Wings und Pizza. Vor diesem "Arrangement" stehen eine Flasche Orangenlimonade, eine Flasche Cola und ganze vier oder fünf (!) Dosen Bier, ohne die Dose, die Misato bereits am Trinken ist. Es erklingt das bekannte (und Leichtherzigkeit vorgaukelnde) Misato-Thema.
Auch Toji kann Lob nicht wirklich annehmen und spielt sozusagen den Ball zu Kensuke weiter. Seine Idee sei es gewesen. Kensuke ist zunächst weit weniger zimperlich. Wie beim Militär steht er schnurrstracks auf und bestätigt, dass Idee, Entwurf und Planung von ihm stammen. Dies schließt er ab mit einem lautstarken, fast schrillen "Aida Kensuke - Aida Kensuke desu!!". Shinji derweil blickt ziemlich bedrückt und betrübt mit leicht gesenktem Kopf ins Leere. "Dann bedanke ich mich eben bei dir, Kensuke!" meint Misato - und auf einmal ist es nicht der Rede wert, so Kensuke, und dass Toji ihn erwähnt hat ist nun auch ihm unangenehm. Toji seinerseits will mit grimmigem Gesicht wissen, was denn Hikari hier macht. "Zufällig hab ich sie eingeladen. Was dagegen?" weist Asuka ihn zurecht. Hikari und Asuka grinsen sich zu - auf äußerst seltsame Art. PenPen kommentiert mit einer Art Quiecken und angedeutetem Flattern. Und Shinji hat immer noch sein Trübsal. Wo denn Rei ist, will Misato wissen. Asuka behauptet, sie gefragt zu haben, nur seien Partys wohl nichts für sie. Dafür stellt nun Asuka die eher rhetorische Frage, wo denn Kaji so lange bleibt. "Dieser coole Typ?" freut sich Hikari, "kommt der auch?". "Das will ich hoffen!" meint Asuka. "Das wär ja sonst eine langweilige Party. Ich meine, ohne einen echten Mann...". Da fühlt sich Toji wieder provoziert: "Wie bitte? Ich zeig dir, wer ein echter Mann ist!" schnautzt Toji zurück (und nimmt anscheinend auf Episode 08 und seinen dortigen "Hosenblitzer" Bezug). Die Retourkutsche lässt nicht lange auf sich warten, denn prompt liegt die "Geschlossene Gesellschaft" wieder im Zank.
Passend ist auch das Misato-Thema zu Ende.
"Du wühlst dich immer noch ein bisschen unwohl." Misato beginnt abermals ihre besagte Gesprächstechnik. Nur diesmal hat sie selber den Kopf leicht gesenkt - und auch ihr Gesichtsausdruck ist nun fast ein Spiegel zu Shinji (immerhin hat Asuka gerade Kaji erwähnt...). "Nein, ist schon okay. Ich bin nur nicht an so viele Menschen gewöhnt." antwortet Shinji, während er trübsinnig zur Seite blickt (wie Rei in Episode 11, als Asuka wieder einmal ihre ganz eigene Form von Ijime fährt). "Warum müssen die so einen Radau machen? Ich verstehe das nicht." sagt er dazu.
Dann aber fängt Shinji an, Misato genauer nach ihrer Befindlichkeit zu fragen. Quasi dreht er den Spieß um. "Du bist befördert worden. Das heißt, jemand hat gesehen, was du machst, und findet es gut." Shinji lächelt Misato vorsichtig an, während er dies sagt. Lapidar und mit leerem Gesichtsausdruck meint Misato nur: "Ja, muss wohl so sein. Warum?"; "Naja, alle freuen sich so für dich, aber du scheinst dich nicht zu freuen" hakt Shinji nach. Klar freue sie sich, es sei schön, Anerkennung zu bekommen, behauptet sie jetzt auf einmal. Aber deswegen sei sie nicht zu NERV gegangen. Als dann Shinji wissen will, was der wahre Grund war, fängt Misato vielsagend an, mit der Bierdose herumzuspielen und gibt vor: "Ich weiß nicht. Das ist so ewig her, ich erinnere mich kaum." Shinji merkt, dass das nur gelogen sein kann und macht wieder ein betrübtes Gesicht - und Misato merkt, dass er es gemerkt hat, weshalb sich ihr Gesicht ebenso verfinstert.
Die "Geschlossene Gesellschaft" wird unterbrochen durch das Läuten der Türglocke:
Kaji ist tatsächlich gekommen, Asuka freut sich sichtlich und hörbar - und Ritsuko begleitet Kaji! (Das Misato-Thema setzt wieder an.) Rein zufällig hätten sie sich getroffen auf dem Weg, so Kaji. "Wer's glaubt, wird selig!" so raunzen Misato und Asuka höchst pikiert im Duett. Asuka stelzt typisch ihre Hände auf die Hüfte. "Höre ich da Eifersucht?" kontert Ritsuko keck (sie hat die Bluse offen und unten zusammengeknotet, Kaji hat das Hemd offen über dem T-Shirt). "Bestimmt nicht!" kontert Asuka, derweil sich Misato in ihr Bier vertieft. Kaji macht ein ernstes Gesicht, verneigt sich mit Augenkontakt und spricht gestelzt: "Ich möchte ihnen meine Glückwünsche ausrichten, Major Katsuragi!" Auch Ritsuko verneigt sich, doch blickt sie freundlicher. Dann rührt Kaji sich (und macht Asukas Pose nach) und meint, es sei jetzt ein neuer Umgangston angesagt. Ohne die Bierdose vom Mund wegzutun (was nichts bringt, da sie sichtbar errötet) will Misato wissen, was das denn heißen soll. Kaji antwortet: Da sowohl Gendo als auch Kozo auf Dienstreise sind, zum ersten Mal gemeinsam, hat Misato als diensthöchster Offizier das Kommando, und somit muss er sie auf der Arbeit mit "Sie" ansprechen. Shinji wundert sich, dass sein Vater schon wieder verreist ist. Ritsuko gibt ihm die Auskunft, dass er wohl am Südpol ist.

Der Südpol - die reinigende Hölle[Bearbeiten]

Am Südpol ist tatsächlich eine UNO-Flotte von acht Schiffen unterwegs, in der Mitte ein großer Flugzeugträger und als Geleitschutz sieben weitere Schiffe. Das Wasser ist satt violett - wie schon das anscheinende LCL im Harmonix-Test - der Himmel scheint giftig blau-grün. Dabei kann nicht ausgemacht werden, welches von beidem Wolken und welches der durchschimmernde Himmel ist; oder ob es sich gar um das antarktische Südlicht handelt, das vom Second Impact und seinen Folgen korrumpiert wurde. Aus dem Wasser ragen meterhohe Eisspitzen heraus, die fast als Phallus-Symbole gelten könnten. Auf dem Träger befinden sich anstelle von Kampfbombern ein langes seltsames eingewickeltes Objekt ähnlich einer Stange. Mit mehreren massiven Seilen ist es fixiert. Es ist die Lanze des Longinus, wie sich sehr bald herausstellt...
"Früher war hier die Antarktis, ein lebender Kontinent. Nun ist hier ein Grab. Die Hölle - das wäre der passende Name dafür." beginnt Fuyutsuki das berühmte Zwiegespräch mit Gendo. Er steht etwas hinter diesem über der Brücke im gläsernem Ausguck. Gendo ist in bekannter Pose mit der Hand im Hosensack und offenem Uniform-Oberteil.
"Und trotzdem können wir uns hier frei bewegen, ohne Schaden zu nehmen." antwortet Gendo.
Weil die Wissenschaft alle beschütze, so Fuyu, da mit ihrer Hilfe alles gehe, so Gendo.
"Aber es war doch diese Überheblichkeit, die zum Second Impact geführt hat! Sieh dir an, wozu das geführt hat! So eine Strafe hatte die Menschheit nicht verdient! Das ist wirklich das tote Meer" konstatiert Kozo. Während dessen fährt die Kamera die besagte Landschaft - und die metallern-technokratisch aussehende Flotte - entlang.
Doch es sei eine unbefleckte Welt, reingewaschen vom Makel der Sünde, meint Gendo - derweil Kozo eine von Menschen bevölkerte Welt bevorzuge.
"Hier ist die Brücke. Dringender Funkspruch von NERV! Im Orbit über dem Indischen Ozean ist ein Engel" - Kozo blickt auf zum Lautsprecher, Gendo bleibt stoisch.
Beide erscheinen wenig überrascht.

Sahaquiel - die lebende Bombe[Bearbeiten]

Sahaquiel ist vor zwei Minuten im empfangbaren Erd-Orbit aufgetaucht. ("Decisive Battle" erklingt.) Noch ist er im NERV-HQ auf dem Hauptbildschirm nurmehr als roter Punkt auf seiner voraus berechneten Bahn zu sehen, ebenso wie der zu ihm ausgesandte Beobachtungs-Sattelit Nr. 6.
Dann kann ein Bild empfangen werden:

Sahaquiel ist zu sehen in seiner vollen Ausdehnung. In der Mitte hat er ein fast "pharaonisches Gottesauge" mit roter Pupille, grüner Iris und gelbem Augapfel. Sechs Wimpern strahlen gleichsam daraus. Der Korpus ist orange und erstreckt sich auch über zwei perfekt waagerechte "Arme". Daran prangen je zwei "Hände" mit drei großen und zwei kleinen "Fingern". Deren "Kuppen" haben in der Mitte je einen blauen Punkt. Im "Handteller" ist jeweils ein weiteres Auge; nur diesmal sehen sie eher wie aufrechtstehende "Drehknöpfe" aus. Außenkreis gelb, Innenkreis grün, darin ein rotes Oval, und noch einmal darin eine weiße Iris und Pupille gleichzeitig. Die Farben sind knallig, fast "cartoonisch", und sogar die "Zeichnungslinien" sind aber deutlich zu sehen.

Das NERV-Team japst erstaunt und erschrocken im Chor. "Was für ein Mordsding!" äußert sich Makoto, und Misato erwidert "Ja, sehr beeindruckend!" mit sehr besorgtem Gesicht. Zu recht - denn der Engel schwebt bildschirmfüllend (und leitmotivisch!) mit der Erdkugel unter sich im Kosmos.

Eiligst will man seiner Daten habhaft werden, indem man ihn mit zwei Satelliten umzingelt. Die Datenübertragung aus dem Oberflächenscan hat gerade begonnen, die Energiesignatur wird mit der Datenbank abgeglichen - da zerquetscht der Engel die beiden Geräte wie Saftobst. Und der Bildschirm rauscht nur noch in (eigenlich technisch veraltetem) Schwarzweiß. Auf Misatos geschockte Frage, ob das ein AT-Feld gewesen sei, meint Ritsuko, demonstrativ gelassen mit erhobenem Kaffeepott: Ja, er benutze es als Waffe.

Sahaquiel hat sich während dessen "flach hingelegt", also die "Augen" (vom Zuschauer aus) nach oben. Die Satellitenwracks hat er demonstrativ neben sich belassen. Sodann sondert er von einer seiner "Fingerkuppen" gleichsam einen Tropfen ab, der an Blut oder auch flüssiges Plastik erinnern könnte. Dabei nimmt das Volumen des Engels dem Augenschein nach überhaupt nicht ab, er hat also seine Materie vermehrt - was er nur mit den endlosen Energie(und damit Materie)reserven einer -Einheit kann...

Aufgrund des atmosphärischen Luft- und Hitzewiderstands wird der Tropfen auf seinem Weg zum Boden zu einer Art Kegel. Misato, Ritsuko und und die drei Operatoren sehen sich erste Aufnahmen (wohl von "verschonten" Satelliten, die auf die Erde gerichtet sind) an: Die ersten drei Einschläge trafen nur den Ozean, jedoch dies mit einer ziemlichen Flutwelle. (Wieder ist die Szenerie in sattestem Blau, diesmal durch die Abbildung des blauen Ozeans, wie er von einem großflächigen Bildschirm auf der Operatoren-Konsole von unten her gegen die Gesichter scheint; man sieht als Publikum die Fadenkreuze, so als ob die Kamera unter der Bildschirmscheibe wäre.) Der vierte Einschlag traf die Küste, danach unterbrach Sahaquiel seine "Bemühungen". Trotzdem auch die einzelnen Tropfen stets mit einem AT-Feld versehen sind, verglühen sie in der Atmosphäre, reichen aber immer noch problemlos bis zum Boden herab.

"Ich glaube, dieser Engel ist eine lebende Bombe!" fasst Maya die Ereignisse zusammen. Und Misato schlussfolgert besorgt: "Das waren nur Übungen!" Eine war wirkungslos, so Makoto, und ohne (aufs Weltall gerichteten) Satelliten kann man den Engel nicht orten, so Shigeru. Misato aber weiß, wohin er will, und Ritsuko weiß, was Misato sagen will und vervollständigt (immer noch mit Kaffeepott): Sahaquiel wird sich auf sie herabstürzen! Dadurch käme es entweder zu einem dritten Ashino-Kratersee, oder aber die Fuji-Seen bekommen Verbindung mit dem Meer. All dies wäre das Aus für das HQ.

Gendo Ikari ist indes nicht zu erreichen, der Engel störe den Funkverkehr, so Shigeru. Misato will sodann wissen, was die MAGI empfehlen: Einstimmig die sofortige Evakuierung, so Maya. "Was wirst du tun? Du hast das Kommando und musst eine Entscheidung treffen!" erinnert Ritsuko sie an ihre Pflichten. Misato blickt zutiefst besorgt und im wahrsten Sinn des Wortes todernst in sich hinein. Der Blick ähnelt ein wenig jenem nachdenklich-pessimistischen Dreinschauen von der Party bzw. auch von Shinji. Die Umgebungsbeleuchtung ist nun in tiefem violett, "Misatos Charakterfarbe".
Misato ordnet dann aber recht unverzüglich im Namen von NERV eine Evakuierung gemäß "D17" an. Alle Ministerien sind über den Befehl zu informieren. Das heißt auch, alle Einwohner von 50km Umkreis haben die Stadt umgehend zu räumen. Und: "Wir brauchen eine Kopie der MAGI!". "Geben wir etwa das Hauptquartier auf?" will Makoto etwas erschrocken wissen; "Nein, aber um niemanden zu gefährden, bleibt nur eine Notmannschaft hier!"
Unter freiem taghellem Himmel sind auch schon Dutzende Hubschrauber zu Gange, um die Leute lautstark mikrofon-beschallend zu unterweisen. Entsprechend sind auch alle Spuren stadtauswärts - wie mit leuchtroten Schriftzeichen auf schwarzen Schildern zu sehen - von Auto-Kolonnen nur so bepackt. (Wieder ein häufiges in Filmen anzutreffendes Bild). Man hupt freilich was das Zeug hält. Wie Heuschrecken schweben die Helikopter am Himmel entlang, unter ihnen ist neben einer wiederum typisch japanischen "Quer-Ampel" ein Elektro-Kasten in "Bierdosenform". Die Glas-, Stahl- und Betonpaläste werden im Hintergrund herunter gefahren, während die Wohnblöcke 6 und 7 im Vordergrund ihre Bewohner weggenommen bekommen. Denn jedem Einwohner wird ein Sammelplatz zwangweise zugewiesen.

Die Evakuierung der Stadt ist nun abgeschlossen, so vernimmt man von einem "Unterweisungs-Hubschrauber". Auf der Oberfläche sieht man anstelle der Hochhäuser nur noch rautenförmige Formen, die wohl die Fundamente und Halterungen der Häuser darstellen. Die Kamera zoomt heraus, dadurch geraten Baumkronen links und rechts und von unten Büsche ins Bild - auch wieder eine häufige Inszenierung gerade in Zeichentrick und Anime. Die Stadt ist dann auch vollständig in die Geofront integriert, bekanntermaßen quasi kopfüber, und wiederum in dickleuchtend blauer Szenerie. Die Zivilisten sind sicher, und auch das Personal der Klassen C und D haben den Gefahrenbereich verlassen.

Das Himmelfahrtskommando[Bearbeiten]

Zwischen Misato und Ritsuko gibt es kurz darauf mal wieder Beef.
"Das kann nicht dein Ernst sein!" wirft Ritsuko Misato vor. Die Situation hat bei beiden alte innere und äußere Zerwürnisse getriggert; vor allem aber hat Misato ihrer alten Studienfreundin (=Rivalin?) gewisse Pläne kundgetan. Fast klischeehaft trägt man es nun auf der Damentoilette (!) aus. Der Wasserhahn läuft ziemlich kräftig vor sich hin. Er und der Seifenspender sehen etwas wie die schmaleren Varianten von Getränkedosen aus (und fast könnte so auch ein angreifender Engel aussehen). "Ist es aber!" antwortet Misato schnippig und trotzig. "Du bist bereit, die drei EVAs deiner privaten Obsession zu opfern?" frägt Ritsuko eher rhetorisch. Sie stützt sich auf die Waschbecken und hat nun ihrerseits einen vielsagenden Blick in Richtung Spiegel (und weg von Misato), denn sie ist außer sich, auch wenn man es noch nicht richtig sieht und hört. "Die Erfolgschance kann höchstens 0,001 (="REI-REI-REI-ICHI") Prozent betragen. Das bedeutet eins zu hunderttausend!" Noch vermag Ritsuko die wissenschaftliche Fassade aufrecht zu erhalten. Misato klappt ihren Handschminkkasten zu, den diesmal sie demonstrativ zur Unterredung mitgenommen hatte. "Sie ist also nicht gleich null." (="ZERO", man achte auf den Unterschied!!) Misato blickt fast ein wenig neckisch. "Und ich vertraue auf die EVAs!"
Dies ist nun zuviel für Ritsuko. Die Maske fällt buchstäblich hernieder und sie wendet sich Misato mit einem harschen und kalt-höflichen "KATSURAGI SENSEI!" zu. Misato pfeift sie ebenso buchstäblich zurück: "Ich habe hier das Kommando, vergiss das nicht!" nimmt sie zugleich auch auf Ritsukos vorherigen Spruch bezug. Der Wasserhahn versiegt unterdessen, und das Restwasser wird gleichsam vom runden Abguss verschluckt. Misatos Zorn ist dem äußeren Anschein nach ebenso schnell verflogen. Fast ein wenig schwermütig und bitter rechtfertigt sie sich: "Ich werde tun, was ich tun muss. Es ist einfach meine Pflicht." "Deine Pflicht? Das ich nicht lache!" spottet Ritsuko zynisch. "Hier geht es doch nur um dich! Du willst Rache an den Engeln nehmen!". Auf diese Entlarvung reagiert Misato dann nicht mehr und bleibt von Ritsuko abgewendet.

Es folgt die Einblendung des Titels "She said: Don't make others suffer for your own personal hatred"

Misato hat die drei Children zu einem Briefing zusammen gerufen. Man hat sich versammelt in einem dunklen Raume, dessen selbststrahlender Boden die pyramidenartige Geofront von oben abbildet, mit grünem Forst drumherum. Misato steht dadurch rein optisch "inmitten" der Geofront-Pyramide, und die Children stehen ihr von Angesicht zu Angesicht gegenüber, mit Asuka in der Mitte. Selbige ist erschrocken und erschüttert, dass Misato meint, die Children und Evas müssten nur rechtzeiting und am berechneten Einschlagplatz des Engels bereitstehen, um ihn zu dritt mit bloßen Händen auffangen zu können. "Und wenn er irgendwo anders auftritt?" frägt Shinji. "Dann überlebt niemand." antwortet Misato. "Und wenn unsere AT-Felder nicht halten?" will Asuka wissen. "Dann überlebt auch niemand." lässt Misato sie wissen. "Wie stehen unsere Chancen?" erkundigt sich Shinji. "Keine Ahnung, vermutlich schlecht." reagiert Misato mit einer Halbwahrheit, was man ihrem Gesicht ansieht (es ist derselbe Gesichtsausdruck wie bei vorigem "Bierdosengeflunker"). Wenn das funktionieren würde, wäre es ein Wunder, meint Asuka. Und Wunder geschähen niemals von allein, sie hätten ihren Preis, meint Misato, nun mit zutiefst ernster Miene. "Und dieser Preis kann unser Leben sein?" will Asuka bestätigt haben. Leider sei dies der beste Plan, den sie hätten, so Misato mit durchaus resigniertem Gesichtsausdruck. "Der Plan ist ein Himmelfahrtskommando!!" opponiert Asuka, wobei sie sogar einen Schritt nach vorn tut. Misato kann (und will) es nicht bestreiten; jedoch: "Wenn ihr euch weigern wollt, sagt es!" Freilich will (und traut sich) niemand, und ganz gemäß "Wer schweigt, scheint zuzustimmen" interpretiert Misato es als eine solche. Misato will, wie es die Vorschriften verlangen, von jedem Children ein Testament. "Das ist überflüssig! Ich habe nicht vor zu sterben!" gibt Asuka eindeutig - und vorausdeutend ("Foreshadowing") - kund. "Ich wüsste nicht, was ich notieren soll!" - auch bei Rei passt der Satz genau auf den Charakter; und Shinji, der ebenso passend erstmal den anderen Mädels zugekuckt und -gehört hat, hängt sich nun vor allem an Rei und meint "Ja, mir geht es auch so!"
"Wenn das vorbei ist, lad ich euch alle zu einem Riesen-Steak ein!" - Misato hat gleich die "Bezahlung" angekündigt. Alle freuen sich, und Asuka erinnert Misato daran, es doch bitte nicht zu vergessen. Asukas und Shinjis Gesichtsausdrücke, die noch sehr voller Freude waren, werden sofort ernster, sobald Misato weg ist. "Sie versucht, uns mit einem Stück Fleisch zu bestechen" äußert Shinji vielsagend (auf Japanisch sagt er direkt "Steak"). "Sie glaubt, ein Steak müsse für jeden das höchste der Gefühle sein" pflichtet Asuka ihm hier (ausnahmsweise) bei. In mancher Hinsicht sei die Second-Impact-Generation verschroben, führt sie weiter aus. Für sie gab es sowas eben nicht, erklärt ihr Shinji. Da neckt Asuka ihn wieder, er solle zugeben, dass ihm schon das Wasser im Munde zusammen gelaufen sei, meint sie keckem Blick, derweil sie ihn mit dem Ellbogen stößt. "Ich wollte nicht, dass sie sich mies fühlt, und habe ein wenig übertrieben!" Jetzt ist es Shnji, der sich in Halbwahrheiten verstrickt. "Wenn schon, denn schon!" meint Asuka, und zieht einen "Gourmetführer Tokio" hervor, dessen Titelbild mit einem phlegmatisch bis genervt blickenden grünen Teddybär die Situation wortlos zu kommentieren scheint. "Ich finde, ein Fünf-Sterne-Restaurant ist das Minimum!" - Asuka singt diesen Satz geradezu; während nun auch Rei wortlos den ganzen Umstand mit ihren nicht so erfreuten Gesicht kommentiert. Sie möchte auch, etwas zur Enttäuschung ihrer Kollegen, abermals nicht teilnehmen: "Ich mag Fleisch nicht so sehr." spricht sie, derweil sie trübsinnig in die leere Ferne schaut.

Wieder auf der Kommandobrücke:
Dort macht die (absichtliche?) Störstrahlung des Engels eine genaue Ortung unmöglich, konstatiert Maya. Entsprechend füllt ein riesiges rotleuchtendes und piepsendes "LOST", wie es auf der Konsole erscheint, das Bild aus. Die Einschlagstelle ist deshalb nicht genau vorherberechenbar, "müsste" aber "irgendwo hier" liegen, fügt Ritsuko hinzu. Man sieht dann das vermutete Einschlagsgebiet: Ein knallrotes asymmetrisches Kreisfeld auf giftgrünem Feld. Dass es sich um den "10th Angel" handelt, wird im Eck auch angezeigt. Operatoren, Offiziere und Children - also das ganze "Himmelfahrtskommando" - sieht sich die beschriebene Situation auf dem großen Bildschirm an. Asuka und Shinji, die wie Rei bereits ihre Plug Suits anhaben, zeigen sich ziemlich verängstigt über die Riesigkeit des Gebiets, das zu verteidigen sein wird, und überhaupt darüber, dass Sahaquiel es definitiv auf das Hauptquartier abgesehen hat.
"Um es zu vernichten, braucht er keinen Volltreffer!" beschreibt Ritsuko; das AT-Feld des Engels sei so groß, dass er das HQ kilometerweit verfehlen könne. Deshalb werden die Evas, so "symmetrisch" wie es geht, an drei Punkten in diesem Gebiet platziert. Der große Bildschirm zeigt die kreisrunden Reichweiten der Evas in Blau an. Diese Ariale müssen rennend zu Fuß erreichbar sein; und da der Engel einen unbekannten Ankunftsort hat, muss ein spontanes Ändern der "Laufroute" machbar sein. Allerdings - so ist auch sichtbar - berühren sich alle drei Felder nur an einem einzigen Punkt. Das heißt also: Nur dort können sie den Engel gemeinsam (buchstäblich) stämmen! Es gäbe - theoretisch - noch drei Überschneidungsgebiete, wo sich immerhin zwei Evangelions träfen, und der dritte müsste so schnell wie möglich "nachträglich" hinzustoßen; es gibt aber - praktisch - nur diesen einen optimalen (=einzig praktikablen!) Punkt...
(All dies muss innerhalb der 5min-Lebensdauer des Reserve-Akkus geschafft werden, denn das Umbilikalkabel kann nicht hinterher gezogen werden...) Rei möchte wissen, worauf diese Auswahl, die auf dem Monitor durchaus "mathematisch-präzise" aussieht, beruhe. "Auf einer Ahnung!" meint Misato mit fest entschlossenem und bierernstem Blick. Freilich reagieren die Children ziemlich geschockt. "Ja, weibliche Intuition!" legt Misato nach.
"Ich habe das Gefühl, unser Wunder rückt weiter und weiter weg!" kommentiert Asuka teils sarkastisch, teils panisch. "Es ist wie ein Lottospiel: Dabei hat sie noch nie Glück gehabt!" bestätigt sie Shinji. Asuka reagiert nun erst recht mit einem sarkastischen Gesicht und Geräusch.

Die Children befinden sich sodann im Fahrstuhl des Eva-Cages, der sie zu den freilich recht hoch gelegenen Entry-Plugs befördert. Durch den dreigeteilten Maschendrahtzaun des Lifts sieht man runde rosane Leuchten auf blauem Untergrund geschwinde durchhuschen. Wie Blitzlicht hellen sie die ansonsten stockfinstere Szenerie auf. Während Rei mal wieder etwas abseits (und erkennbar näher am Maschendraht) von ihren Mitstreitern steht, frägt Shinji Asuka, warum sie das alles mitmacht. Sie will der ganzen Welt zeigen, was sie kann, antwortet sie drauf, "das ist ja wohl klar". Shinji interpretiert: "Um zu beweisen, dass es dich gibt?" - und Asuka bestätigt: "So könnte man es auch sagen." Dann blickt sie ihn mit keckem Ausdruck an und will ihn dazu bewegen, dieses auch Rei zu fragen, die wie so oft nachdenklick ins Leere blickt. Sie hätten darüber schon gesprochen, meint Shinji etwas ausweichend. Nun interpretiert Asuka ihrerseits, Blick und Ton werden immer kecker und süffisanter: "Ihr trefft euch also heimlich" unterstellt sie ihm. "Hör doch auf mit dem Quatsch!" - Shinjis Erwiderung könnte sowohl Bestätigung als auch Dementi sein. Asuka wird aber dann ernster: "Sag mir, warum du es machst!" - Shinji blickt sie an und meint lapidar: "Ich habe keine Ahnung." Halb sarkastisch, halb entsetzt meint Asuka nur: "Wie bitte?! Bist du blöd, oder was??" (Das berühmte: "AN'TA BAKA??"). Bitter blickt Shinji herab und bestätigt: Ja, vielleicht sei er das. Nicht vielleicht, bestimmt, schließt Asuka mit fast resigniertem Tonfall den Dialog ab. Es erscheinen passend die drei Eva-Köpfe, in sozusagen derselben Reihenfolge wie ihre Piloten: Rechts Rei und Zero, Mitte Shinji und Sho, links Asuka und Ni.

Und prompt kommt via Lautsprecher die Meldung:
"Zeit bis zum Aufschlag: T minus 20 Minuten."

Misato auf der Brücke möchte ihre Leute indes wegschicken, sie komme alleine klar. Shigeru aber will sich nicht vor seinem Job drücken; und Makoto will sich mit den Children solidarisieren: "Wenn die Kinder ihr Leben riskieren, bleiben wir!" - "Keine Sorge um die drei!" lässt Misato alle mit entschlossenem und zuversichtlichem Blick wissen. Die Szenerie wechselt nach draußen. Man sieht zunächst grünes Gestrüpp. Gleichzeitig hört man das (fast schon archetypische) Grillen der Zikaden. Die Kamera fährt weiter, bis auch die Evas zu sehen sind. Jedes der darin sitzenden Children hat seine eigene Art, den enormen Stress zu bewältigen: Rei hat die Augen fast meditativ geschlossen; Asuka scheint mit Ohrhörern genüsslich Musik zu hören (!); und Shinji blick immer noch nachdenklich, aber sehr viel entschlossener wie sonst. Egal wie schwer eine Beschädigung auch sein möge, das AT-Feld werde die Children beschützen, so Misato: "Tatsächlich könnten sie nirgendwo sicherer sein!"

Shinji blick jedoch nun in sich hinein und erinnert sich an ein (wie es aussieht zwischenzeitlich "im Off" stattgefundenes) Gespräch mit Misato:

Beide stehen an einem asphaltierten Hang, von wo aus Neo Tokyo-3 entfernt und gesamt betrachtet werden kann. (Möglicherweise am Fuji-san, siehe weiter unten.) Misato steht weiter vorn am Grenzgeländer und blickt, wie Rei oft, ins Weite, von wo gold-orange die Dämmerung scheint. Ein wenig ähnelt die Farbgebung dejenigen des Second Impacts. Im Vordergrund sind typisch japanische Vorstadthäuser dicht an dicht zu sehen; im Hintergrund sehr zentral und dominant vier Wolkenkratzer, die den einzelnen Türmen des ehemaligen World Trade Centers - und den Eisspitzen am Südpol - ähnlich sehen. Ganz hinten sind nochmal zwei winzige etwas anders geformte Zwillingstürme. Von Shinji ist nur die rechte Hand zu sehen.

"Shinji, neulich, da hast du mich gefragt, warum ich zu NERV gegangen bin."
Close-up zu Misatos Gesicht von der Seite. (Musik: "Hedgehog's Dilemma")
"Es hat mit meinem Vater zu tun. Er lebte für seine Arbeit. Familie schien für ihn keine Bedeutung zu haben. Ich habe ihm das nie vergeben können. Ich habe ihn sogar dafür gehasst."
Detailaufnahme von Shinjis Augen. Er blickt leicht auf und sagt eher zu sich selber als zu Misato:
"Hört sich fast wie mein Vater an."
Panorama von Neo Tokyo-3 mit Shinji und Misato im Vordergrund. Die großen Rauten sind wieder zu sehen, ebenso wie die orangene Sonnenscheibe über den Bergen; und aus den Hochhäusern leuchten rote und grüne Lichter. Hinter Shinji und Misato ist nun Misatos bekannter (recht lädierter) Renault Alpine zu sehen. Misato setzt ihr schwermütiges Bekenntnis fort:
"Er hat sich niemals wirklich um mich oder um meine Mutter gekümmert. Viele meinten, ein Familienleben würde ihn zu sehr belasten. Ich glaube, in Wahrheit war er einfach nur schwach. Uns aus dem Weg zu gehen war einfacher, als sich mit den Problemen, die wir hatten, auseinander zu setzen. Ich war froh, als meine Mutter sich entschloss, sich scheiden zu lassen. Ich konnte nicht mehr mitanhören, wie sie weinte. Als dann mein Vater geweint hat, hab ich ihn ausgelacht. Ich fand, er hatte es verdient. Und dann hat er beim Second Impact sein Leben für mich geopfert."
Close-up zu Misatos Kreuz, das sie auf ihrer Bluse trägt. Sie kneift die Augen etwas zusammen. Dann sieht man wieder die eingangs benutzte Einstellung.
"Ich wusste nicht mehr, ob ich ihn lieben oder hassen soll. Aber eins wusste ich: Ich wollte, dass sie vernichtet werden. Ich wollte sie vernichten, darum ging ich zu NERV. Kann sein, dass ich meinen Vater immer noch hasse, aber ich muss ihn rächen."
Detail-Aufnahme von Misatos Schulter, hinter der Shinjis Gesicht zu sehen ist.
"Nur so kann ich mich von ihm befreien."
Schwarzweiß-Backflash zu Shinjis früher Kindheit, als Gendo ihn zu Pflegeeltern gebracht hat: Erst Gendos Gesicht von oben herab, dann die berühmte Schwarzweiß-Aufnahme vom weinenden 3-jährigen Shinji mit der runden Reisetasche neben sich. Dann in blitzschneller Folge EVA-01, Misatos "Einladungsschreiben" an Shinji, und dann der russische und französische Vertreter von SEELE neben Gendos Rücken. Und Shinji bekommt "im Jetzt" wieder einen "Ich darf nicht weglaufen!!"-Schub. Mit zugekniffenen Augen drückt er die Phrase mehrmals flüsternd in sich hinein. Diesmal kommen blitzschnelle Backflashs "in Farbe": Shinji im Bett, in der Bahn, im Windstoß, im Eva.

Dieser Shot ist auch die Überleitung zurück zur beginnenden Schlacht gegen Sahaquiel:

"She said: Don't make others suffer for your personal hatred!"[Bearbeiten]

Shinji öffnet wieder die Augen und blickt entschlossen und buchstäblich todernst in die Kamera, man sieht nur die Augen (der sog. "Italian Shot", genutzt u.a. vor Schießduellen in italienischen Western; passend setzt auch westernartige "Galoppmusik" an, das Musikstück heißt "She Said Don't Make Others Suffer For Your Personal Hatred").
Dann sagt Shinji zu sich selber:

"Und darum werde ich nicht weglaufen!"

Das Sichtobjekt ist nun bei 25.000m in Sichtweite. Auch Misato hat ihren bekannten fest entschlossenen Blick, mit welchem sie auf den Hauptbildschirm im HQ sieht. "Dann wollen wir das Beste hoffen. Alle EVAs auf Startposition" befiehlt sie. Unter dem Knattern der organischen Maschinerie begeben sich die drei EVAs in die Starthocke, denn sie werden bald lossprinten müssen. Die optische Ortung ist gut genug, so dass die MAGI die Children bis auf 10.000m genau ans (errechnete = erhoffte) Ziel heranführen können. Doch von da an sind sie auf sich allein gestellt.

"Ich weiß, dass ihr es schaffen könnt!" spricht ihnen Misato mit hörbarem Nachdruck Mut zu.

Der Engel rückt auf 20.000m näher. (Ein Gitarrensolo in Moll setzt an.) "Seid ihr bereit?" frägt Shinji seine Mitstreiter etwas unsicher - aber zugleich ziemlich kühl. Die Mitstreiter stimmen wortlos zu, das Umbilikalkabel wird aus der Fassung geworfen, der Countdown des Reserve-Akkus zählt von 5min abwärts. Shinji brüllt mit japanischem Akzent: "START!!" - und schon sind sie im eiligsten Lauf. (Fast scheinen sie Shinji das Kommando zu "gestatten".) Shinji und Shogoki haben anfangs etwas Mühe mit dem Gleichgewicht. Unter der Schwere des EVAs bebt die Erde - und der Fuji-san im Hintergrund kommentiert durch seine bloße Präsenz das Geschehen wortlos: So groß wie das sprichwörtliche Berge versetzen ist die Aufgabe. Asuka und Nigoki sta(m)pfen derweil durch einen städtischen Bach oder Fluß in einer Art Wald oder Park, als würden sie "über das Wasser laufen", wohingegen Shinji und Shogoki den Asphalt hörbar malträtieren, während sie durch - oder beinahe über - den städtischen Häuserwald rasen. Die Einheit kommt an einen Hang mit einer Kurve (möglicherweise fährt dort Misato öfters, und höchstwahrscheinlich ist dies eine der Hauptpositionen der JSSDF in End of Eva). Shinji benutzt die Kurve als Tritt- oder gar Sprungbrett; es bleiben sogar Asphaltbrocken an Shogokis stahlbewehrter Fußsohle kleben. Die Einheit 01 fliegt fast theatralisch über den Hügel hinweg. Auch die Einheit 02 weiß sich zu inszenieren: Sie benutzt eine Überlandstromleitung als Sprungstaffel so wie es auch 01 tut und die Strommäste zum Wanken bringt.

Die Entfernung beträgt nun nur noch 12.000. Sahaquiel wuchtet sich Richtung Erdboden. Sein AT-Feld scheint sich an der Atmosphäre zu reiben, und dadurch wölbt sich eine feuerrote Flammenströmung kugelförmig um ihn herum, eindrucksvoll kontrastiert gegen das tiefblau-leuchtende Firmament dahinter. (Das Gitarrensolo wird nun von Trompeten in "spieltechnisch gefährlicher Höhe" aufgegriffen und intensiviert.) Auch die Einheit Shinji-Shogoki intensiviert ihren Sprint; sie scheinen (mitten in der Stadt!!) die Schallmauer zu durchbrechen. Rauch und Brocken entstehen hinter ihnen.

Sahaqiuel kommt durch eine Wolkendecke hindurch und fegt sie buchstäblich hinweg. Einheit 01 bremst sich mit beiden Füßen ab - inzwischen ist es Waldboden - und braucht einige Zeit und Entferung, um zum stehen zu kommen. Wie es scheint, ist der Engel (absichtlich?) an einem schlechtest-möglichen Ort angekommen, denn Shinji ist erst einmal alleine auf sich gestellt. Auch scheint sich Sahaquiel demonstrativ vor Shinji aufzubauen. Jedoch - Shinjis entgegnet gleichermaßen demonstrativ einen Blick Richtung Engel, einhergehend mit dem zum Schlachtruf werdenden Schrei "BAUE AT-FELD AUF!". Dies geschieht, und ebenso wie auch Sahaquiel alles aus dem Wege geräumt hatte auf seinem Weg zur Erde, malmt auch Shogokis AT-Feld die umliegende (sowohl pflanzliche als auch bauliche) Vegetation hinweg. Involviert sind auch wieder Stromleitungen und -masten, und auch sie werden zerrissen. Dabei wird der Evangelion in feuriges Rot getaucht. Dabei schimmert das blau punktuell immer noch durch, während die Umgebung in leichenblasses Violett getränkt wird. Dabei ist der obere Teil des Himmels schwarz und geht in genannte Farbgebung über. Wiederum sind zwei Bergspitzen links und rechts im Hintergrund angedeutet.

Sahaquiels "Pharaonenauge" jagt hinab auf Shinji - fast eine Art absichtlich pervertierter "Italian Shot". Vorn schießen die Betonbrocken verstärkt hinweg, hinten ist das Firmament in tiefstes Lila getaucht. (Lila = Misatos Charakterfarbe!) Abermals kommt eine supertotale Panorama-Einstellung: Unit 01 auf einem violetten Erdhügel, der sich von unten her wölbt. Dementgegen "wölbt" sich Sahaquiel mit seinem AT-Feld von oben herab - es sieht wirklich wie ein pervertiertes "Spiegelbild" aus, mit einer flachen "Kollisions-Membran" dazwischen als "Spiegelscheibe", wie sie aus dem Aufeinandertreffen der AT-Felder des Engels und des Evas zu entstehen scheint. Dieser Eva muss die "Spiegelscheibe" denn auch wortwörtlich mit Händen und Füßen stämmen. Immer noch ist alles violett. Shinji hat die allergrößte Mühe, alleine dieses "Konstrukt" aufrecht zu erhalten. Der Staubt wirbelt nur so um ihn herum, und es drückt ihm sogar die stahlbewehrten Schuhe in den Erdboden. Die Enheit blickt aber immer noch zum Engel empor, als wollte sie bis zum Ende das sprichwörtliche "erhobene Haupt" wahren.

Da aber kommen die Einheiten 00 und 02 anmarschiert, buchstäblich. Rei richtet mit (vermeintlich) ungewöhnlich starkem (=zornigem!) Gesichtsausdruck die Frage an Asuka, wo denn ihr AT-Feld bleibe. Asuka reagiert prompt: Beide rasen den Erdhügel hinauf und vereinigen ihre AT-Felder. Krachend wird Sahaquiel zurück gedrängt. "Du bist dran!" gibt Shinji Rei zu verstehen - und Rei zieht ihr Progressive Knife. Damit schneidet sie Sahaquiels AT-Feld auf - wodurch ersichtlich wird, dass ein AT-Feld tatsächlich wie eine organische Membran beschaffen ist. Sahaquiels "pharaonische Pupille" entpuppt sich nunmehr als -Organ - das schlussendlich von Asuka mit theatralischem, ja schrillem "FAHR ZUR HÖLLE!!" mit ihrem Knife kaputt gemacht wird. Mit beiden Händen jagt sie es hinein. Das inzwischen eher rötliche Violett wird nun zu einem kurzen abrupten Blau. Sodann gibt es wieder einen Panorama-Shot, die Farbgebung wechselt wieder ins "Natürliche", und dadurch kommt Sahaquiels "cartoonisches Orange" wieder zur Geltung. Der Himmel ist wieder hellblau, die Flora wieder hellgrun. Sahaquiel fällt nun wie ein totes Meerestier über dem Erdhügel und den Children zusammen und sorgt für sichtlichen Staub. Er bläht sich dann auf wie eine verbäulte, verwarzte Kröte. Seine eigentümlichen Arme werden nun zu schlaffen Flügeln, die nun auch zu Boden gehen. Im wahrsten Sinn des Wortes streckt er seine Flügel. Und mit einer atompilzartigen - und wiederum phallus-symbolischen - Explosion lässt er den ganzen Stadtteil zum Kraterloch werden. Die bei der Detonation seitlich und rötlich wegfliegenden Brocken ergeben eine Art Strahlenkranz, der den "Pharaonenwimpern" ähnlich sieht. Der entstandene Krater sieht nun etwas aus wie ein "invertiertes Auge"; außen erdbraun und in der Mitte eine glühend-orangene Pupille. Ringsherum umgibt sattgrüner Wald die Szenerie, und im Hintergrund sind die immer noch die Berge angedeutet.

"Gut gemacht, Shinji!"[Bearbeiten]

Auf der Kommandobrücke ist das "Himmelfahrtskommando" wieder zusammen gekommen. Alle beglückwünschen sich wortlos und lächeln sich zufrieden und erleichtert zu. Asuka schmunzelt gar ein wenig. Auch Misato scheinen tausend Steine vom Herzen gefallen zu sein, im wahrsten Sinn des Wortes. Ihr zufriedener und zuversichtlicher, aber freilich erschöpfter Blick sagt mehr als tausend Worte.

Funkverkehr ist wieder möglich, Gendo möchte mit der Mannschaft sprechen. Misato lässt durchstellen. Shinji blickt gespannt, vielleicht etwas ängstlich, mit offenem Mund und offenen Augen. Auch sein Blick sagt nun mehr als tausend Worte. Auf der Konsole erscheint das berühmte "SOUND ONLY":

"Ich bitte um Entschuldigung. Aufgrund meiner Entscheidung wurde Einheit 01 leicht beschädigt. Ich übernehme die volle Verantwortung!" spricht Misato höchst formal. (Wieder ist die Kamera sozusagen "hinter der Monitorscheibe". Misatos Kreuz zwischen ihrem offenen Uniformsakko schimmert daher durch diese Scheibe.) Aber Kozo entgegnet: "Der Zweck der EVAs ist es, die Engel zu vernichten. Dabei können sie zu Schaden kommen." - Gendo pflichtet ihm bei und dankt für die ausgezeichnete Arbeit, mit einem "Arigato gozaimasu!" erwidert Misato den Dank. Sodann will Gendo mit seinem Sohn persönlich sprechen:

"Ich habe den Bericht gelesen. Gut gemacht, Shinji!"

Shinji fällt sichtlich und buchstäblich die Kinnlade runter. Nur mit Mühe bekommt er ein bestätigendes "Hai!" heraus. "Katsuragi sensei" möge sich um alles weitere kümmern, so Gendo. Dies würde aber nun die Einlösung eines Versprechens bedeuten...

Die Straßen sind in orangenes Abendrot getaucht - und verstopft. Wieder wird gehupt was das Zeug hält. "Alle Spuren stadteinwärts" sind betroffen, wie auf den elektronischen Schildern in grüner japanischer Schrift auf schwarzem Grund lesbar. Noch einmal wird die Gesamtaufnahme Neo Tokyos gezeigt in derselben Art wie bei Misatos Bekenntnisses. (Dieser Stadtteil wurde nicht in Mitleidenschaft gezogen; oder aber er wurde so schnell wieder installiert und ist dafür auch so konzipiert.) Die Stadtbahn "Tokio 3 - Linie 7" (Mischung aus Tokioter U-Bahn und Limino) wird erst von außen gezeigt, dann von innen. Die Bahn ist für gut besucht, aber Misato und die Children haben dennoch Sitzplätze bekommen. "Nächster Bahnhof: Neo Miyanoshita!" heißt es durch die Lautsprecher.
Shinji blickt wieder nachdenklich, doch etwas optimistischer, vielleicht ist er auch nur erschöpft. "Du hast gehofft, wir würden es vergessen!" meint Asuka gewohnt näckisch und keck. Nein, ganz bestimmt nicht, meint Misato, sie habe grad noch Geld abgehoben (und dadurch ihr Konto überzogen, was sie aber nicht laut sagt; dass es ihr unangenehm ist, sieht man deutlich durch die manga- und animetypischen Schattenstriche auf der Stirn mit Augenpunkten und zerzaustem Haar).
Aber - die Children zeigen Herz und Rücksicht: Man geht zu einem schlichten Nudelimbiss. "Nudeln" heißt es dort in japanischen Buchstaben auf magenta-rotem Lampion und nochmal schwarz auf rot auf der Markise. "Komm schon. Glaubst du, wir wissen nicht, dass du ständig pleite bist?" - ihr Keckheit lässt sich Asuka nicht nehmen. Und: "Weil es auch vegetarische Sachen gibt, ist Rei dabei!" Nun ist es Misato, die mit hängender Kinnlade sprachlos dasteht. Rei nimmt sich Knoblauchnudeln ohne Fleisch, Asuka nimmt sich Haifischflossensuppe. Misatos perplexer Gesichtsausdruck wandelt sich in ein zartes doch rührendes Lächeln. In etwas rustikalem Tonfall wünscht der Imbissbudenbesitzer guten Appetit. Die Suppenschüssel, die er durchreicht, sticht hervor durch den hartgekochten Eidotter und das Nori-Algenblatt.

Man sieht dann die vier auf der einzigen Bank sitzen, wobei wirklich nur die Gesäße zu sehen sind.

"Misato..." fängt Shinji an: "Als mein Vater das vorhin zu mir gesagt hat, war es mir zum ersten mal nicht unangenehm, gelobt zu werden." Man sieht dann wieder die Gesichter der vier. Misato blickt Shinji etwas verdutzt an. Während Rei sich genüsslich die Nudeln weiter einverleibt, lässt Misato ihre Nudeln still aus dem Mund hängen. Shinji meint: "Ich bin wohl nur EVA-Pilot geworden, um einmal aus dem Mund meines Vaters zu hören, dass ich etwas gut gemacht habe." Während Misato starr bleibt, neigt sich nun Asuka nach vorn (und ins Sichtfeld von Kamera und Zuschauer) und meint mit vollem Mund: "Was? Das machst du alles bloß seinetwegen? Du hast sie wirklich nicht alle!"

Shinji aber blickt wieder in sich hinein - diesmal viel glücklicher und optimistischer...



[...]




„Neon Genesis Evangelion“-Episoden
01: Angriff der Engel | 02: Das Ungeheuer | 03: Ein neuer Schüler | 04: Das Stachelschwein-Dilemma | 05: Rei I
06: Rei II | 07: Menschenwerk | 08: Asuka schlägt zu! | 09: Wer nicht tanzt der nicht gewinnt | 10: Magmataucher
11: Der Tag, als Tokio-3 still stand | 12: Der Preis eines Wunders | 13: Der Engel im System | 14: SEELE: Thron der Seelen
15: Lüge und Verschweigen | 16: Zwischen Leben und Tod | 17: Fourth CHILD | 18: Im Zwiespalt | 19: Introjektion
20: Essenz der Seele | 21: Die Geburt von NERV | 22: Psycho-Attacke | 23: Rei III - Tränen
24: Anfang und Ende - Der Letzte Botschafter | 25: Liebst du mich? | 26: Sei gut zu dir selbst
End of Evangelion
25: Air | 26: My Purest Heart for You