Asuka Langley Soryu

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Diese Seite handelt von dem Charakter aus der originalen Serie. Informationen über den Charakter aus Rebuild of Evangelion findest du unter Asuka Langley Shikinami.


Asuka Langley Soryu
Asuka Langley Soryu
Personendaten
Geburtsdatum 04. Dezember 2001
Alter 14
Blutgruppe A
Sonstiges
Organisation [[{{{Gruppe}}}]]
NERV-Bezeichnung Second Children
Zugewiesener EVA EVA-02
Erstes Auftreten Episode 08
Darstellung
Deutsche Synchronstimme Julia Ziffer
Seiyū Yuko Miyamura

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Asuka Langley Soryu (惣流・アスカ・ラングレー Sōryū Asuka Rangurē), Second Children und gebürtige Deutsche japanischer Abstammung, ist im Gegensatz zu Shinji Ikari und Rei Ayanami nicht von Anbeginn dabei. Vielmehr taucht sie erstmalig in Episode 8 (Asuka schlägt zu) auf, wo sie auch ihr erstes Gefecht austrägt, als der 6. Engel namens Gaghiel die UN-Kriegsschiffeskorte, welche von EVA-02s Erbauungsort Deutschland an den Ort der Kampfhandlungen Japan geleitet, angreift. Wie immer steigert sich Asuka regelrecht in den Kampf hinein, bis sie den Engel letztlich besiegt.

Charakterisierung[Bearbeiten]

Wie Shinji hatte auch Asuka eine schwere Kindheit:

Ihre Mutter, Kyoko Zeppelin Soryu (halb Deutsche, halb Japanerin), die bei der NERV-Dependence III in Deutschland arbeitete, wurde - als Asuka etwa 4 Jahre alt war - von ihrem Mann verlassen und verkraftete den Trennungsschmerz nicht. Auch ging, ebenso wie bei Shinjis Mutter, ein Synchrontest mit Nigoki schief, wodurch sie endgültig ihren Verstand verlor und fortan in einer Pflegeanstalt verweilte. Sie erkannte ihre eigene Tochter nicht mehr, hielt aber eine kleine rothaarige Puppe für ihre Tochter, mit der sie sogar spricht und sie wie ein richtiges Kind behandelt. Später fand Asuka ihre Mutter erhängt in ihrem Zimmer, als sie ihr sagen wollte, dass sie zur EVA-Pilotin ausgewählt worden sei. Fortan schwor sich Asuka, die ebenfalls ihren Vater und vor allem ihre Stiefmutter abgrundtief zu hassen begann, wegen nichts mehr auch nur noch eine einzige Träne zu vergießen oder sonst irgendwie einen Hauch von Schwäche zu zeigen. Stets muss sie sich beweisen und allen anderen, doch vor allem sich selbst, zeigen, dass sie die Beste ist. Shinji und seine beiden Freunde Toji und Kensuke werden von ihr gepiesackt, wo es nur geht. Eine überdurchschnittliche Intelligenz besitzt sie durchaus. So hat sie bereits mit 14 einen Collegeabschluss.

In Episode 22 gerät sie ins Schussfeld des Engels Arael. Er vollzieht eine Psychoattacke (Mindrape) und dringt bis ins Innerste ihres Unterbewusstsein vor. Dadurch kommen ihre traumatischen Kindheiterlebnisse hoch, und sie wird mehr und mehr zum seelischen Wrack. Sie kapselt sich immer mehr ab und ist oft nur noch in Tränen aufgelöst. Vor allem aber ist sie fortan nicht mehr zur Navigation ihres EVAs in der Lage und kann Rei nicht mehr gegen Armisael helfen, da ihr Synchronwert auf Null sinkt, wodurch ihr Leben für sie nun endgültig wertlos wird. Zunächst verbringt sie ihre Zeit bei Hikari Horaki und spielt den ganzen Tag Videospiele, ohne das Zimmer zu verlassen, sich selbst und die ganze Welt hassend. Sie ist zu einem Hikikomori geworden. Man sieht sie dann in der Badewanne liegen mit apathischem Blick und vor sich hin murmelnd, das Wasser scheint mit ihrem Blut getränkt. Danach liegt sie im Krankenhaus und reagiert auf überhaupt nichts mehr.

Erst in The End of Evangelion, als sie aus Sicherheitsgründen in ihren EVA gelegt wird, da die JSSDF sie umbringen möchte, spricht ihre Mutter, deren Seele die ganze Zeit im Evangelion aufgelöst war, zu ihr. Dadurch überwindet sie ihr Trauma und schreitet zu ihrem letzten tragischen Kampf gegen die EVA-Serie 05-13. Doch wird sie dabei von einer Kopie der Longniuslanze in ihrem Eva aufgespießt und von der EVA-Serie getötet. Nach dem Third Impact durch Shinji sind Asuka und er die scheinbar einzigen Überlebenden auf der Erde. Dabei entlässt Shinji seinen ganzen Hass auf sie und will sie zu Tode würgen, vermutlich aus Rache wegen des Schmerzes, den sie ihm über die Serie hinzugefügt hat.

Asuka und die Puppen[Bearbeiten]

Einerseits hasst Asuka Puppen, da Asukas Mutter Kyoko Zeppelin Soryu eine Puppe als ihr Kind angesehen und ihre richtige Tochter vergessen hat. Daraus lässt sich auch ableiten, warum sie Rei Ayanami nicht leiden kann: Rei erinnert an ein willenloses Wesen, an eine Puppe. In Episode 22 sagt Asuka das, während sie und Rei im Fahrstuhl sind, direkt. Rei wird als „Aufziehpuppe“, „Roboter“ und „dämliche, gefühllose Marionette“ bezeichnet.

Selbst ihr EVA wird nur von ihr als Marionette angesehen. Aber andererseits wird EVA-02 nicht von ihr gehasst, wahrscheinlich weil sie durch ihn zeigen kann, wie stark sie ist. Oder sie will zeigen, dass sie mächtiger als eine Puppe ist, indem sie etwas, das für sie eine Puppe darstellt, kontrolliert.

Realitätsbezüge[Bearbeiten]

„Asuka“[Bearbeiten]

„Asuka“ ist ein altes japanisches Dorf, in welchem um die 1. Jahrtausendwende die Kaiser residierten. [...]

USS Langley (CVL-27)
HIJMS Soryu

„Langley“[Bearbeiten]

„Langley“ ist zum Einen eine US-amerikanische Mittelgroßstadt. Weiterhin war die „USS Langley“ ein Flugzeugträger der USA, umgebaut aus einem Kohlefrachter. Zum Dritten ist da der Astronom und Physiker Samuel Pierpont Langley, welcher sich mit Aerodynamik und Katapultstarttechnik beschäftigte.

„Soryu“[Bearbeiten]

„Soryu“ war ein japanischer Flugzeugträger. [...]

Zitate[Bearbeiten]

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Na wir wollen mal sehen. Also was glaubst du? Wachsen meine Brüste auch, wenn ich sie mit den Händen ein bischen anwärme?
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Asuka zu Shinji in Folge 10

Vermutungen[Bearbeiten]

Achtung, Theorie! Theorie

Der folgende Abschnitt beschreibt umstrittene oder nicht abschließend geklärte Sachverhalte und gibt die Meinung des/der Autoren wieder.

Wachkoma?[Bearbeiten]

Nachdem Asuka Araels Psychoattacke ausgesetzt war, degeneriert sie psychisch so weit, dass sie am Ende in einem wachkomatösen Zustand im Krankenhaus dahinvegetiert. Eine lange Zeit schwelende Diskussion war daher, ob und inwieweit ihr Zustand ein wirkliches Koma sei. Nach aktuellem Stand der Forschung (2007) handelt sich es jedoch nicht um ein solches, denn per Definition ist ein Wachkoma die Folge von organischen Hirnschädigungen durch Unfälle, Infektionen oder Vergiftungen. Die wahrscheinlichste Lösung ist daher folgende:

„Es gibt eine Fülle von Diagnosen, die dem Wachkomazustand von außen entsprechen. Patienten, die sich in schwersten psychischen Krisen befinden, sehen zum Teil aus wie Wachkomapatienten. Es gibt noch ganz andere Zustände, die das zunächst so erscheinen lassen [...]“ Dr. Ketter, Oberarzt im neurolog. Reha-Zentrum Godeshöhe in Bad Godesberg

Diese psychotraumatische Reaktion ist allerdings im US-Militärjargon schon lange als „Tausend-Yard-Starren“ bekannt:

„Er hat die USA vor 31 Monaten verlassen. Er wurde während seines ersten Kampfeinsatzes verwundet. Er hatte Tropenkrankheiten. Nachts schläft er nur halb und tags holt er die Japsen aus den Löchern. Zwei Drittel seiner Kompanie sind tot oder verwundet. Heute morgen wird er wieder im Kampfeinsatz sein. Wie viel kann ein Mensch aushalten?“ Thomas C. Lea im Life-Magazine, 1944 (Zweiter Weltkrieg)

Auch im Vietnamkrieg hat sich, wie wohl in jedem Krieg, derlei ereignet:

„Ich schaute auf und sah einen Soldaten der Marines mit dem Blick, den sie 'Thousand-Yard-Stare' nennen. Ich habe meine Leica-Kamera genommen und ein Foto gemacht. Der starre Blick des Soldaten verließ niemals mein Objektiv“ Frank Johnston im Smithsonian-Magazine, 2001

Die treffendste Formulierung aber gab der damalige Korporal Joe Houle von sich:

„Der Blick in ihren Augen sah aus, als ob das Leben aus ihnen herausgesaugt worden wäre [...] Nachdem ich meinen ersten Freund verloren hatte, fühlte ich, dass es das beste war, der Welt entrückt zu sein...“

Asuka borderline-krank?[Bearbeiten]

Asukas Verhalten ähnelt sehr der Symptomatik einer so genannten Borderline-Persönlichkeitsstörung. Diese kann entstehen bei Gewalterfahrung (Schläge, Missbrauch), instabilem sozialem Umfeld, und/oder, wie bei Asuka, dem plötzlichen Verlust wichtiger Bezugspersonen. Die laut ICD-10 (“International Statistical Classification of Deseases and Relatet Health Problems”) fünf wichtigsten Merkmale beschreiben Asuka entsprechend gut:

  1. deutliche Tendenz, unerwartet und ohne Berücksichtigung der Konsequenzen zu handeln; (dies sieht man bei Asukas Eva-Kämpfen)
  2. deutliche Tendenz zu Streitereien und Konflikten mit anderen, vor allem dann, wenn impulsive Handlungen unterbunden oder getadelt werden;
  3. Neigung zu Ausbrüchen von Wut oder Gewalt mit Unfähigkeit zur Kontrolle explosiven Verhaltens;
  4. Schwierigkeiten in der Beibehaltung von Handlungen, die nicht unmittelbar belohnt werden;
  5. unbeständige und unberechenbare Stimmung

Daneben schwankt ein(e) Borderline-Kranke(r) stets zwischen den Extremen „Abstoßen“ und „Klammern“ hin und her. Er/sie will um jeden Preis auf sich und seine/ihre Probleme aufmerksam machen, koste es, was es wolle. Kommt man ihm/ihr aber zu nah, wird man wieder drastisch weggestoßen, entfernt man sich dadurch, wird man wieder beklammert. Da Borderlinekranke in ihrer Kindheit oft keine bedingungslose stabile Zuwendung erfahren haben, sind sie zu Personen, die sie eigentlich lieben und nicht verlieren wollen, oft auch deshalb gewalttätig, um zu erfahren, ob sie auch bedingungslos geliebt werden und nicht nur unter der Bedingung, „brav“ zu sein. „Zeig mir, dass du mich liebst, egal wie gemein ich zu dir bin!“ ist daher ein treffender Spruch.

Persiflage auf Bruce Lee?[Bearbeiten]

Asukas Biographie und Charakterzüge weisen Parallelen auf zu jenen Bruce Lees. Auch Bruce Lee hatte eine deutsche Mutter bei chinesischem Vater, auch er verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in den USA, auch er war ein hervorragender Kampfsportler; und auch er schien überall der Beste sein zu wollen, starb er doch mit kaum über 30 einen kurzen, doch qualvollen Tod, weil er sich bei exzessiven Dreharbeiten vollkommen überanstrengt hatte.


Achtung, Interpretation! Interpretation

Der folgende Abschnitt beschreibt nicht allgemein anerkannte Interpretationen und gibt die Meinung des/der Autoren wieder.


Asuka als Symbolfigur für den Okzident?[Bearbeiten]

In Japan, wie in fast allen asiatischen Kulturen, hat sich unter dem Einfluss des Konfuzianismus, Daoismus und knappen beengten Ressourcen eine umfängliche, komplexe und vor allem restriktive Etikette entwickelt, die im Wesentlichen auf Höflichkeit, Taktgefühl, Zurückhaltung und Bedürfnislosigkeit fußt. Die äußere Harmonie ist oberstes Gebot. Im intersozialen Bereich bedeutet dies, es wird erwartet, dass situative Vorkommnisse nicht analytisch auf Ursache und Folge hinterfragt oder gar kontrovers ausdiskutiert, sondern mit „guter Mine zum bösen Spiel“ hingenommen werden. Entsprechend heißt es, Japaner seien in dergestaltiger „logischer Penetranz“ oder gar dem „streitbaren“ Pochen auf dem eigenen Recht weitgehend ungeübt und es erscheine ihnen jene Verhaltensweisen, die als typisch abendländisch gelten und auf selbstständigem Denken und Handeln beruhten, als äußerst skuril, vor allem die „deutsche Gründlichkeit“.

Asuka Langley Soryus Verhalten entspricht nun jedoch genau diesen Klischees. Sie ist laut und durchsetzungsstark bis hin zur Unverschämtheit und Gewalttätigkeit (zumindest nach außen), was sich gerade in ihren Engelsgefechten manifestiert. Auch zur „logischen Penetranz“ scheint sie viel besser in der Lage zu sein als ihre Mitstreiter. In Iron Maiden II - Girlfriend of Steel sieht man eine Szene, wo sie den anderen in fast wissenschaftlicher Manier klar zu machen versucht, dass Mana Kirishima eine Spionin der Regierung sei. Symbolträchtig benutzt sie dabei Tafel, Zeigestock und "Professorenhut". Ihre Hypothese wird sich schon bald als richtig heraus stellen.

Vielleicht wollte Hideaki Anno diese Polarität „Abendland - Morgenland“ durch die Gegenüberstellung des schüchternen sich ständig entschuldigenden Shinji und der introvertierten alle Befehle wohlfeil entgegen zu nehmen bereiten Rei mit der temperamentvoll und zugleich hoch analytisch agierenden Asuka thematisieren.

...oder als Seitenhieb auf die japanische Etikette?[Bearbeiten]

Wenn wir uns die Charaktereigenschaften Asukas und die daraus resultierenden Verhaltensweisen betrachten, so fällt uns auf, dass Asuka auf den ersten Blick ziemlich „unjapanisch“ wirkt. Sie ist laut, keck, frivol, impulsiv, will immer Recht haben und immer im Mittelpunkt stehen. Auch und gerade bei Eva-Kämpfen agiert sie sehr nach „Hau-Drauf-Manier“, mit allen Vor- und Nachteilen, letztere mehr denn erstere. Durchaus erscheint es zunächst als nahe liegend, dass Asuka eine Persiflage auf den „Westmenschen“ sein soll, wie er für einen Asiaten, respektive für einen Japaner, der mit konfuzianischer und buddhistischer Etikette der Höflichkeit und Zurückhaltung aufgewachsen ist, doch oftmals sehr unwirsch und penetrant wirkt, steht der „Wessi“ doch im Rufe, „altehrwürdige“ Traditionen und Werte in Frage zu stellen, lieber auf sein Recht zu pochen, sei es auch auf Kosten der Allgemeinheit, und all dies auch noch mit umfänglichen Argumentationswegen zu rechtfertigen (was von Asuka im Spin off „Girlfriend of Steel“ in Vollendung präsentiert wird, siehe oben).

So zumindest beschrieb eine renommierte Kulturzeitschrift Anfang der 90er die Sichtweise der Japaner auf die Europäer, vor allem die Deutschen, deren „logische Penetranz“, Bestehen auf das eigene Recht und Bedürfnis „immer alles aus zu diskutieren“ selbst einen japanischen Akademiker überfordere.

Allerdings wird in derselben Aussage auch beschrieben, wie „kalt, egoistisch und rüpelhaft die Japaner sein können, die sich doch sonst ausgesuchter Höflichkeit rühmen.“ Dies geschieht beispielsweise, wenn sich die Männer nach einem (in Japan ganz besonders) langen Arbeitstag in oftmals nicht jugendfreien Kneipen volllaufen lassen. Dann zeigen sie ihr wahres Gesicht, dass sie in der Öffentlichkeit ein Leben lang zu unterdrücken genötigt werden, und nicht selten kommt es zu Ausfälligkeiten wie Schlägereien (siehe Gendo Ikari).

Nun wird klar, was Asuka unter Umständen symbolisiert: Nämlich die Japaner selbst, wie sie hinter der dicken Fassade der künstlichen Liebenswürdigkeit sind, wie sie sich, sobald dass außerhalb des formellen Rahmens, auch benehmen, und wie sie sich gerne auch öffentlich benehmen würden, um endlich ihre "Zwangsjackenhaftigkeit" los zu werden. Genauso wie Asuka wollen sie immer und überall die Besten sein, weil sie überall die besten sein müssen, weil sie durch die japanische Hochleistungsgesellschaft dazu gezwungen werden. Genauso wie Asuka lassen sie keine Gelegenheit aus, die Wut raus zu lassen, um ihrem aufgestauten Kummer endlich Luft zu machen.

Nur: Meist geschieht es hinten herum, durch die Blume, durch vordergründige Heuchelei und Kriecherei, derweil die Hinterhand schon zur Faust geballt ist, um bei unformellen Anlässen um so rücksichtsloser zu zu schlagen.

Asuka mag brutal und rücksichtslos sein. Im Gegensatz zu Shinji, Rei und vielen anderen ist sie ehrlich. Shinji und Rei unterdrücken ihre wahre Gesinnung, um am Ende die ganze Menschheit zu vernichten. Asuka zeigt die Wut, die in ihr steckt, scheinbar ohne Rücksicht auf ihre Mitmenschen. Aber am Schluss ist sie von den Children die einzige, die sich gegen die Vernichtung der Menschheit stellt. Somit könnte Asuka Langley Soryu auch als eine in Gestalt eines „Wessis“ gut versteckte, aber umso schärfere Kritik an der Zwiespältigkeit der japanischen Etikette gemeint sein.

Ijime[Bearbeiten]

Asukas manchmaliges rüpelhaftes Verhalten gegenüber Shinji u. a. erinnert ein wenig an Ijime.

Asukas Kampfkünste[Bearbeiten]

Obwohl Kampfsport häufig als etwas „Typisch Asiatisches“ gilt, ist Asuka dahingehend viel besser bewandert als ihre asiatischen Mitchildren. Dies trägt u. U. der Tatsache Rechnung, dass statistisch gesehen im Westen doppelt so viele Leute Kampfsport betreiben wie im fernen Osten.

Anime-historische Einordnung und Bedeutung[Bearbeiten]

Auffällig viele auf NGE gefolgte Produktionen (mittlerweile auch über Manga und Anime hinaus), die zum Teil sogar an den Erfolg und Einfluss NGEs anzuknüpfen vermochten, haben sich der Figur der Asuka Langley Soryu bedient und diese variiert und weiterentwickelt, und dies teils mit bemerkenswerten Resultaten.

Ähnlich bemerkenswert jedoch ist auch die Herkunft dieser Figur...

Einfluss auf Asuka Soryu[Bearbeiten]

Anne Shirley ("Anne mit den roten Haaren")[Bearbeiten]

"Evangelion ist mein Leben, und ich habe alles, was ich weiß, in dieses Werk gesteckt. Das ist mein ganzes Leben. Mein Leben selbst."


Hideaki Annos berühmtes Zitat stellt indes kein neues Phänomen dar. Häufig kam und kommt es vor, dass Autoren das Bedürfnis haben, ihre Lebensgeschichte quasi "teilfiktionalisiert" mit der Welt zu teilen. Auch und gerade im Bereich von Manga und Anime ist dies häufig anzutreffen - und dies schon lange vor NGE; und auch gibt es Animewerke, die ganz bewusst entsprechende "fremde" Literatur aufgegriffen haben.

So trifft man zum Beispiel auf genau dieses Phänomen, wenn man sich die augenscheinliche Vorlage Asukas zu Gemüte führt, sozusagen den "traumabedingt verhaltensauffälligen Rotschopf in der Betaversion". Die Geschichte basiert auf dem Roman "Anne of Green Gables" (1908) von Lucy Maud Montgomery (1874-1942) und wurde dann von Miyazaki und Takahata - den späteren Ghibli-Initiatoren (!) - 1979 im Rahmen des "World Masterpiece Theaters" (Zuiyo Enterprise/Nippon Animation) als "Akage no Anne" (wörtl. "Rotschopf Anne", also mit expliziter Bezugnahme auf die roten Haare) inszeniert. Das WMT setzt sich fast ausschließlich mit zum Teil durchaus derber Weltliteratur auseinander und kommt dabei weitestgehend ohne jene "magisch-futuristischen" Spezialeffekte aus, wie sie dem Anime(-klischee) oft nachgesagt werden; und seine animehistorische Bedeutung vor allem im Hinblick auf Individualkonflikte von Figuren(-konstellationen) wird oft übersehen. Gerade "Anne mit den roten Haaren" ist hierbei eine Geschichte, worin die Diskrepanz zwischen "vordergründig" und "hintergründig" auf gleichermaßen frappierende wie ingenuöse Art konzipiert wurde; und man bekommt erst gegen Ende (bei 50 Folgen!) und bei genauerem Hinsehen die wahren Hintergründe mit - alles Dinge, für die dann später NGE archetypisch wurde. Und es gibt noch einiges mehr...


Im Jahre 1870 ist Anne Shirley ein rothaariges kanadisches Waisenmädchen, das aus dem Heim endlich zu richtigen Pflegeeltern soll. Hierzu fährt sie mit ihrer Betreuerin Mrs. Spencer mit dem Schiff nach Prince-Edward-Island, um dann mit dem Zug weiter nach Carnody zu fahren, wo sie abgeholt werden soll. Am Bahnhof lässt Mrs. Spencer sie alleine zurück. Anne erweist sich bereits hier als "redselig".

Kurz darauf kommt der ältere Herr Matthew Cuthbert mit einer kleinen Kutsche am Bahnhof an. Er und seine Schwester Marilla, ein alterndes unverheiratetes Geschwisterpaar, warten dringend auf einen Adoptivsohn, der nicht nur auf ihrem Landgut "Green Gables" in Avonlea mithelfen soll, sondern auch - da als Mann im 19. Jh. "juristisch vollwertig" - einst die (Rechts-)Nachfolge antreten könnte. Daher ist Matthew in den Grundfesten erschüttert, als er auf ein rothaariges Mädchen trifft, das auf einen "Mr. Cuthbert" wartet. Der Bahnhofswärter kann/will nicht weiterhelfen, und Mrs. Spencer ist längst von hinnen; also bleibt dem gleichermaßen wortkargen wie weichherzigen Matthew nichts anderes übrig, als die "quirlig-geschwätzige" Anne auf seiner Droschke mitzunehmen. Sie erzählt bereits ein wenig von ihrer frühen Kindheit im Heim, wo sie vor lauter Arbeit keine Zeit für Phantasie hatte, die sie doch so sehr gegen Einsamkeit brauche.

Doch Annes Verhalten, so stellt sich bald heraus, ist nur Fassade (ähnlich wie bei Asuka). In Episode 02 ist Marilla äußerst skeptisch (weil um ihre Farm und damit ihr Überleben besorgt) und weiß nicht, ob sie Anne behalten will. Anne versucht zu manipulieren und spielt einen theatralischen Heulkrampf. Gleichzeitig ist sie gegen Marilla äußerst pampig. Auch ansonsten ist ihr Verhalten nicht unbedingt das, was man im 19. Jh. (!) von einem Kind erwarten würde.

Daher entschließt sich Marilla in Ep04, Anne wieder zu Mrs. Spencer zurück zu kutschieren - sie hat ihr Büro wenige Stunden entfernt in White Sands. Bereits hier bröckeln die Fassaden, denn Marilla erzählt einer anderen Frau die Situation. Anne verkraftet dies nicht und rennt ins Feld, wo sie über eine Stunde verharrt - auch Marilla verharrt solange auf dem Wagen. Beide raufen sich wieder zusammen, und auf der Fahrt erzählt Anne dann ihre Geschichte: Ihre Eltern starben sehr früh, sie wurde durch mehrere Familien durchgereicht. In einer hatte sie es mit einer armen kinderreichen Frau und ihrem alkoholabhängigen Mann zu tun (ähnlich wie Misato Katsuragi). Sie wurde zur Ersatzmutter für die vielen noch jüngeren Kinder (ähnlich wie Shinji, der Misato den Haushalt machen muss). Eines Tages kommt der Vater um, und es verschlägt Anne auf ziemlichen Umwegen in das Heim, in welchem sie als letztes war. Obwohl überfüllt, hat man sie dort trotzdem aufgenommen. Wie es ihr dort ergangen sei, will Marilla wissen. Anne meint, man sei "stets bemüht" gewesen und habe es "stets gut gemeint".

Beide kommen schließlich in White Sands an und treffen Mrs. Spencer und die schrullige Mrs. Blewitt vorm Haus (Ep05). Mrs. Spencer besteht darauf, dass die Cuthberts wohl schlicht den "Zettel falsch ausgefüllt" hätten; Marilla besteht darauf, dass dies nie im Leben sein könne. Derweil würde Mrs. Blewitt Anne aufnehmen, braucht sie doch aufgrund ihres hohen Alters dringend eine Haushaltshilfe. Anne verschlägt es schier die Sprache und sie versteinert mit Bitterkeit im Gesicht - ähnlich wie Asuka in Episode 22 vor der Badewanne. Dies setzt sich im Hause fort, man findet sich dort zum Tee. Anne sitzt etwas abseits. Als Marilla sieht, dass Anne es nicht mehr lange durchsteht, entschließt sie sich doch noch, es vorerst mit Anne zu versuchen - Anne fallen freilich tausend Steine vom Herzen. Richtig geweint hat sie bislang nicht...

Anne fügt sich sodann recht gut in den (Arbeits-)Alltag ein, wenngleich manche Schwierigkeiten entstehen. In Ep14 trifft Anne in der Schule Gilbert Blythe. Auf der Schulbank blickt sie stumm und verträumt Richtung Fenster - wie Rei (!!) - und Gilbert hat die Möglichkeit, sie zu necken. Er zieht sie am roten Zopf. Annes Fassade fällt aus, und sie haut ihm vor Zorn die Schiefertafel auf den Kopf. Dies hat freilich Folgen, und Anne verweigert nun erst mal den Schulbesuch und lernt zuhause. Die Cuthberts erlauben es, sie werden es Anne noch einmal erlauben, von der Schule fernzubleiben, wenn Anne für ein Jahr auf Green Gables ist (Ep20).

Im Weiteren wird Annes Erwachsenwerden gezeigt - und auch das zunehmende Altern der Cuthberts (Matthew war bei Beginn bereits 62). Am Ende geht es Schlag auf Schlag: In Ep47 erfährt Matthew aus der Zeitung, dass die Bank, wo das ganze Ersparte war, kollabiert ist. Matthew bekommt vor Aufregung einen tötlichen Herzkrampf. Nun fehlt das Geld und der einzige Mann im Haus. Marilla bricht in Tränen aus, Anne bekommt wieder ihr versteinertes Gesicht. Matthew wird im Haus "Green Gables" aufgebahrt, und alle Nachbarn erweisen ihm die letzte Ehre - denn er war, so betont einer von ihnen, trotz seiner zurückgezogenen Art hochangesehen.

Anne ist indes über sich selber schockiert, weil sie nicht weinen kann. In Ep48 schläft sie in ihrem Zimmer auf der Fensterbank ein. Sie sieht Matthew im Traum und hört ihn sagen, dass sie sein ganzer Stolz war und ist. Nun stürzt ihre Fassade endgültig zusammen. Sie wacht auf und fängt bitterlich an zu weinen - nicht nur wegen Matthew. Wie Asuka hatte sie vor sehr langer Zeit das Weinen verlernt und holt es jetzt nach. Marilla kommt zu ihr aufs Zimmer und gesteht ihr, dass sie vom ersten Tag an ihrem Leben wieder einen Sinn gab - also noch bevor Anne ihre Geschichte erzählt hat.

In Ep49 macht Marilla eine Tagesreise zum nächsten Augenarzt, da sie schon längere Zeit Schwierigkeiten hat. Dies ist auch der nächste Schicksalsschlag: Wenn Marilla ihre Augen jetzt nicht schont, wird sie in kürzester Zeit erblinden. Der Bauernhof "Green Gables" ist nun nicht mehr zu halten. Sie bricht wieder in Tränen aus. Sie wird dann von Anne ins Bett geschickt. Anne nennt sie dann im Selbstgespräch "Armes Ding". Sie plant bereits, ihr mühsam erworbenes Stipendium aufzugeben und in der Nachbarstadt eine Lehrerstelle anzunehmen - der Weg mit der Kutsche ist etwas lang und auf Dauer beschwerlich, aber so könnte der Hof gehalten werden und Marilla bräuchte nicht in eine Unterkunft für alte alleinstehende Frauen.

In Ep50 fangen im Dorf die Unkenrufe an, warum denn Anne ihr Stipendium aufgekündigt habe. Aber dann kommt eine Überraschung: Gilbert Blythe hat seine Bewerbung auf eine Lehrerstelle in Avonlea aufgegeben, nun kann Anne ohne lange Fahrt zur Arbeit bei Marilla bleiben.

Bei genauem Hinsehen zeigt sich hier nun der folgende Hintergrund:

Anne hat im Heim nur Scherereien gemacht/gehabt, man wollte sie loswerden. Es war Mrs. Spencers "Aufgabe", sie irgendwo "versehentlich" unterzuschieben. Daher hatte sie sich auch so schnell vom Bahnhof entfernt - und später auch so intensiv darauf "bestanden", dass der Fehler nur aufseiten der Cuthberts gelegen haben kann.

Die Cuthberts müssen es in ihrer Vergangenheit schwer gehabt haben, deshalb sind sie nie von Green Gables weggekommen. Matthews Zurückgezogenheit erklärt sich daraus. Sie haben sich in Anne wiedererkannt. Vielleicht haben sie auch erkannt, dass man Anne nur hat aus dem Heim abschieben wollen. Sie wurden nicht nur Ersatzeltern für Anne - im gleichen Umfang wurde Anne Ersatzmutter für sie, wie sie es schon einmal bei besagter kinderreicher Frau war. Dies wird deutlich durch ihren Ausspruch "Armes Ding", und es wird deutlich dadurch, dass Anne sich so viel "erlauben" konnte - vor allem eingedenk des 19. Jahrhunderts. Shinji und Misato stehen bekanntlich ebenso in solch einem doppelten Verhältnis. Auch die Dorfbewohner wissen hinter vorgehaltener Hand bescheid, und daher verzichtet Gilbert auf seine Lehrerstelle, denn er weiß, ohne Anne wird es Marilla nicht mehr schaffen.


Kindheitstrauma, Patchworkfamilie, Bankenpleite - wie in NGE wurden in "Anne mit den roten Haaren" viele gesellschaftsrelevante Dinge aufgegriffen und vorausgesehen; und der Blick auf Lucy Montgomerys Lebensgeschichte zeigt, dass "Anne" für sie den Stellenwert NGEs für Hideaki Anno hatte. Auch die Ähnlichkeiten zu Asukas Biographie und den Themen NGEs fallen auf:


Lucy Maud Montgomery wurde auf Prince-Edward-Island geboren. Ihre Mutter starb, als Montgomery 21 Monate alt war. Ihr Vater zog weg, und Montgomery kam zu den Großeltern mütterlicherseits. Sie war sehr einsam und machte sich imaginäre Freunde. Dies brachte sie zu ihren ersten Geschichten und Gedichten. Ihr Vater heiratete noch einmal und Montgomery zog 1890 wieder zu ihm - aber kurz darauf wieder zu den Großeltern. Sie hatte sich mit der Stiefmutter überworfen. Montgomery studierte dann am Prince-of-Wales-College und schloss als Jahrgangsbeste ab - unter anderem im Fach Schulmanagement. Sie hatte mehrere offene und heimliche Beziehungen. 1908 schließlich kam ihr erstes Buch "Anne of Green Gables" heraus. Immer wieder schrieb sie Fortsetzungen, bis fast an ihr Lebensende 1942.

Wie es scheint, hat Montgomery ihre eigene frühe Kindheit in "Anne" thematisiert. Ihre Tagträumerei wurde zu Annes Tagträumerei, ihre Großeltern wurden zu den "Cuthberts", und ihre schiefgegangenen Liebschaften wurden zu Gilbert Blythe. Trotz der Einsamkeit war sie dennoch lieber bei ihren Großeltern als bei ihrer Stiefmutter; sie scheint sich gar wie eine Waise gefühlt zu haben. Die Frage ist, inwieweit Anno und das Gainax-Team nicht nur Anne Shirley als Vorlage hergenommen haben, sondern auch die dahinterstehende Autorin - die ebenso ihr ganzes Leben in ihr Werk gesteckt hat...


Hideaki Anno war 1983/84 für Miyazaki und Takahata tätig. Er arbeitete für den Film "Nausicäa aus dem Tal der Winde" als Animator. Dies war sein erstes großes Projekt; und der Erfolg und die Einnahmen ermöglichten Miyazaki und Takahata die Gründung ihres Studios "Ghibli".

Nicht zuletzt fällt der Titel der Finalfolge auf: "Kami wa Ten ni imashi, Subete Yo wa Koto mo nashi" (神は天にいまし すべて世は事もなし; "God's in Heaven - All is well on Earth")

Einfluss von Asuka Soryu[Bearbeiten]

Haruhi Suzumiya ("Die Melancholie der Haruhi Suzumiya")[Bearbeiten]

Ganz gravierend ist der offensichtliche Einfluss Asuka Soryus auf die epochal bedeutende Figur der Haruhi Suzumiya aus dem Franchise "Die Melancholie der Haruhi Suzumiya" von Nagaru Tanigawa, ursprünglich als sog. Light Novel (bebilderter Roman) 2003 inszeniert, bevor 2006+ die Animeserie (und andere Medien) folgten.

Stark vereinfacht gesagt: Haruhi hat aus Langeweile und Melancholie heraus das Universum erschaffen - sie ist nämlich Gott - drei Jahre vor der Handlung im Jahre 2000. Sie wuselt und fuhrwerkt nunmehr in ihrem neuen "Sandkasten" herum und macht mit ihren "Aufziehpuppen", namentlich Mensch und Tier und vor allem ihren vier besten Freunden, was sie will - ohne allzuviel Rücksicht auf Verluste, und stets nur die eigenen oftmals größenwahnsinnigen Ziele vor Augen habend. Wird ihr langweilig oder wird sie enttäuscht, so kreiert sie einen sog. "Closed Space", ein mehrere 100m² großes Arial unter einer Art "energetischer Käseglocke", und es können auch riesige Wesen auftauchen, sog. "Celestrials". Sie haben leuchtend-blaues Aussehen und leuchtend-rote augenhafte Flecken, und sie hauen alles kaputt, was vor ihren Füßen liegt. (Der "zu tötende Gott" aus Prinzessin Mononoke hat ein ähnliches Engel-haftes Aussehen.)

Die Annahme und Befürchtung ihrer Freunde, dass sie dies alles nur "unterbewusst" mache und gar nichts von ihrem "Gottsein" wisse, und nur aus purem "Egoismus" alles wieder "kaputthaue", sofern sie nicht "zufrieden" sei, muss bei genauerem Kennenlernen zunehmen in Frage gestellt werden - und vielmehr davon ausgegangen werden, dass das mit der "Melancholie" sehr wörtlich genommen werden kann und muss.

Indessen hat Haruhi rein äußerlich zunächst wenig Ähnlichkeit mit Asuka - vor allem die bei letzterer symbolhaft gewordenen roten Haare fehlen bei ersterer gänzlich zu Gunsten eines eher unauffälligen Brauns. Allerdings ist ihre Schuluniform der erste nicht zu verleugnende Hinweis auf NGE, sind doch zumindest die weiblichen Schuluniformen im Haruhifranchise mit denen NGEs nahezu identisch, allein bis auf das Schulabzeichen. Es gibt, rein betreffend die Garderobe, einen auffälligeren "asukanischen" Hinweis: Staffel 2 beginnt mit der selbst und gerade unter "Haruhisten" etwas verrufenen achtfolgigen Sequenz, der "Endless Eight"-Sequenz. Hier taucht Haruhi mehrmals in knallrotem Badedress auf - im Rahmen ihres "Ferienprogramms", das sie ihrer "SOS-Brigade" aufoktroyiert hat. Außerdem versucht sie hier, ihre etwas sehr zur Antriebslosigkeit neigende Flamme Kyon endlich zur Erledigung seiner Hausaufgaben (und so manch anderer Dinge) zu bewegen, mit leider allzu drastischen, wenn auch "subkutanen" Mitteln.

Und in dieser Sequenz zeigt sich zweierlei besonders deutlich:

1) Haruhi spielt sich durchaus ziemlich als Anführerin auf. Vorbild war hier augenscheinlich NGE's Episode 11, als nämlich Asuka Soryu sich zur "Brigadeführerin" der Children erkoren hat und nun versucht, alle miteinander durchs stillstehende Neo Tokyo 3 und zu NERV und den Evangelions zu geleitet, was ja alles total lahmliegt. Sie vermag erst ganz am Schluss zu einem guten Ergebnis zu kommen, als sie einen kühlen Kopf bewahrt, eben nicht vorschnell vorprischt, sondern sich selber und die anderen sammelt. Ähnlich wie auch Haruhi, die immer wieder von ihren Freunden "in die richtigen Bahnen" gelenkt werden muss - vermeintlich, verhält es sich unter der Oberfläche doch in demselben Umfange oft andersherum, wie Ep. 13 und 14 der zweiten Staffel zeigen, wo Haruhi einen unsinnigen Film drehen und sogar eine Katze sprechen lässt, weil zwischen ihren Freunden und deren dahinterstehenden Organisationen wieder einmal "blutige Konflikte" (sic!) auszubrechen drohen; und Haruhi dies unterbinden will, indem sie ihnen etwas gibt, was sie gemeinsam stemmen müssen.

2) Nimmt man nun noch die berühmte "Sagittarius"-Episodie hinzu - wo Haruhi ganz offensichtlich zeigt, dass sie Gedanken lesen kann (Kyon wünscht sich innerlich etwas von ihrem "Selbstbewusstsein", Haruhi kommt mit einem "Gerne!" neben ihn und tut etwas näckisch so, als "pumpe" sie es in ihn rein - Kyon, der Haruhis Fähigkeiten und Ausfälle kennt, bekommt es da freilich mit der Angst zu tun...) und daher wissen muss, was wirklich los ist, bei sich und allen anderen, dann kommt man nicht mehr umhin:

Haruhi hat das Universum erschaffen, um nicht mehr allein zu sein. Anstatt im Unendlichen Nichts zu schweben und gar keine Begrenzungen - und damit keine Entscheidungsfreiheit - zu erleben (Episode 26!!), wollte sie mit anderen ichbewussten und in jeder Hinsicht eigen-willigen Lebewesen etwas erleben; "Etwas" und "Leben" hier in der allergrundsätzlichsten Bedeutung. Alles ist dabei erlaubt - außer hinterlistiger Hass.

Haruhis Ep. 6 (Staffel 1) und andere zeigen derweil: Sie muss selber erst die Grenzen ihrer Geschöpfe kennen und respektieren lernen. Sie kann nicht ihre Flamme einfach unter eine "Käseglocke" ziehen und die anderen wegstoßen. Allerdings hat sie sich eine Sicherheit eingebaut: Sollte Kyon sie ablehen und enttäuschen, würde sie sich an ihren "Engeln", den Celestrials, ergötzen, die gerade ihrerseits grell und lautstark fuhrwerken, damit ihre destruktiven Kräfte nicht (wieder einmal?) das ganze Universum zermalmen - und genau dies gibt Kyon noch ein paar Restsekunden, gerade lange genug, um die Situation doch noch "hinzubiegen".

Traumatherapeutisch - und dadurch schlägt Haruhi in die allerselbe Kerbe wie NGE - handelt es sich bei den Celestrials also um Igelbälle, jene Gegenständen unter vielen, die dazu dienen, durch ungefährliche Sinnesreize die Aufmerksamkeit vom aufgewühlten Gefühlsleben (z.B. Flashbacks wie bei Arael!) wegzufokussieren.

Eingedenk vor allem dieses bedeutenden Arael-Mindrapes, mit dem Finalsatz "Bist du einsam? Bist du allein?", darf und muss Haruhi Suzumiya als eine gelunge Weiterentwicklung Asuka Soryus und NGEs gesehen werden.

Mikuru Asahina (ebd.)[Bearbeiten]

Eine der Freundinnen Haruhis, die von dieser anfangs oft gepiesackt wird, ist Mikuru Asahina, ein aus der Zukunft gekommenes Mädchen, das Haruhi beschützen und überwachen soll - würde eine unvorhergesehene Entscheidung Haruhis doch den Zeitverlauf und damit die Zukunft ändern, aus welcher Mikuru kommt. So geschieht es in "Endless Eight", mit der Folge eines auch sonst häufig geschehenden Weinkrampfs aufseiten Mikurus. Denn man hat sich bei der Konzeption aller hintergründigen Organisationen - drei Stück; außer Kyon gehören die anderen je so einem "Verein" an - allem Anschein nach an SEELE ein Beispiel genommen. (Auch Yuki Nagato, die "Rei Ayanami" der Haruhigeschichte, fürchtet am Ende des Full Featured Films "Das Verschwinden der Haruhi Suzumiya", dass sie ihre Organisation - die sog. Integrated Data Entity - "schwer bestrafen" (sic!) würde, so sie von ihren Machenschaften, um die es im Film gerade gegangen ist, Wind bekäme.)

Und es kommt hinzu die äußerste Feinfühligkeit und Verletzlichkeit Mikurus, die äußerlich und anfänglich als kindlich-kindisches Gequengel auffallen. Damit ist sie Asuka, wenn man ihr die "brachial-prahlerische" Fassade wegnimmt! Passenderweise hat sie auch äußerlich ziemliche Ähnlichkeit: Offenes langes hellbraunes Haar, dass fast ins Rötliche gereicht - und in Kombination mit der "evangelionesken" Schuluniform zu einem nicht mehr zu leugnenden "asukanischen" Erscheinungsbild wird. (Sitzt Mikuru mit Yuki Nagato auch noch an einem Tisch, beiderseits in Schuluniform, sieht dies dann fast wie ein "Evangelion-Copypaste" aus...)

Hier gelingt einer von vielen "haruhistischen" Geniestreichen - die Aufteilung Asukas in gleich zwei neue Charaktere: Einmal mit Fassade (und göttlicher Allmacht), und einmal ohne.

Kyoko Sakura ("Mahou Shoujo Madoka Magica")[Bearbeiten]

Vielgerühmt als "das zweite Evangelion", vielgescholten als ein einziges diesbezügliches Copypaste - dies sind die Redensarten, die man über dieses ausgesprochen einschlägige Animewerk vernimmt. Es heißt, man habe versucht, NGEs sozialkritisch-metaphysische Methode ins Magical-Girl-Genre zu transferieren. Tatsächlich scheint man keinerlei Anstalten gemacht zu haben, die mannigfachen Entlehnungen, die bei weitem nicht von NGE allein stammen, zu verschleiern; sondern es wurden vielmehr ganz bewusst die vielen Ähnlichkeiten so inszeniert, dass sie dem Zuschauer nur ins Auge fallen können. Das fängt an bei Proportionen a la Astro Boy, was zu vielerlei abfälligen Bemerkungen über die "zu groß geratenen Köpfe" geführt hat, es geht dann weiter über die "Albino-Katze" a la Kimba, die aber dennoch rote Augen wie Rei-Lilith besitzt (die sich aber bei genauerem Hinschauen als Mischung aus Cowboy Bebops "Mad Pierrot" und Full Metal Alchemists "Truth/God's Eye" herausstellen), dann gibt es gleich im Prolog eine devastierte Landschaft nach Machart NGEs und vor allem EoEs, die sich aber zugleich der schwebenden Wolkenkratzerfetzen Akiras bedient, und es mündet bei augenscheinlichen Ähnlichkeiten der eigenen Finalfolge mit der Elfen Lieds und abermals mit EoE - und dies sind nur einige Anleihen.

Als programmatisch muss dabei das "Brotessen im Dauerlauf" der Titelfigur Madoka Kaname gesehen werden (die sich als nicht die Hauptfigur herausstellen wird!), wie es aus der alternativen Szenerie der Episode 26 entstammt (dort mit bekanntermaßen der alternativen "lebendigen" Rei Ayanami), denn alternative Zeitlinien werden eine fundamentale Rolle für die Story spielen.

Die Weiterentwicklung der Asuka Soryu geht auch beim (vermeintlichen) Zwölfteiler "Puella Magi Madoka Magica", so der internationale Titel, keineswegs linear. Rein äußerlich nämlich stellt Kyoko Sakura diese Weiterentwicklung dar. Sie hat zunächst denselben Vornamen wie Asukas Mutter. Sie hat weiterhin rote (etwas dunklere) Haare, und auch ihr gesamter "Kampfanzug" ist rot (wiederum etwas dunkler als Asukas Plug Suit). Ihr "prahlerisches" Verhalten ist sehr deutlich an Asuka angelehnt; denn gleich bei ihrem ersten Auftauchen provoziert sie ein Duell mit Sayaka Miki (der "alternativen Rei" aus Puella Magi, wiederum etwas dunkler in der Haarfarbe). Fraglich ist hierbei, ob es Kyoko tatsächlich ums Töten der Rivalin geht, gibt sie ihr doch gleich am Anfang Tipps, wie man es hätte besser machen können.

Als Kyoko aber beim zweiten Beinahe-Zusammenstoß auf einer (wiederum an Akira angelehnten) Brücke bemerken muss, dass sie beide extreme Leidensgenossinnen sind, wandelt sich das Blatt - und Kyoko selbst. Von jetzt auf gleich entwickelt sie Mitgefühl für Sayaka und rettet ihr gleich zweimal das Leben; bevor sie einsehen muss, dass Sayaka dasselbe schon lange hat beenden wollen - und dass es auch für sie selber unter solchen Bedingungen keinen Grund mehr gibt, weiterzuleben...

Notwendigerweise gibt es bei aller Übereinstimmung charakterliche Differenzen, denn Kyoko hat ihr Zuhause (auf andere und gleichzeitig doch nicht andere Art als Asuka) verloren und lebt schon seit wesentlicher Zeit als Obdachlose und Mietnomadin.

Auch gegenüber Madoka zeigt sie am Schluss ihren hilfsbereiten Kern, wie er in einer "asukanisch"-resoluten Schale steckt.

Der (vermeintliche) Spinoff-Manga "The Different Story" offenbart dann, wie eng die beiden "Rotschöpfe" tatsächlich verbunden sind...

(Siehe auch den Trauma-Aspekt von Puella Magi)


Siehe auch[Bearbeiten]


EVA-Piloten
Children: Rei Ayanami | Asuka Langley Sōryū | Shinji Ikari | Tōji Suzuhara | Kaworu Nagisa
Synthetisch: Dummy Plug System „Rei“ | Dummy Plug System „Kaworu“